Mit Dries van Noten fing es an. Seine Glamour Grunge-Kollektion zum Sommer 2013 schlägt ein. Karo! Lässigkeit! Freiheit! Seine Karo-Dessins sind befreit vom Staub Schottlands, und auch mit gängigen Holzfäller-Hemden haben seine Kreationen nichts zu tun. Leicht und transparent, mal als feminine Blazerbluse im Mix mit Blumendessins mal als sportive Shorts. Gewollt nachlässig, ein wenig exotisch, das ist Grunge, wie es ins Heute passt. Zum Herbst dann die geballte Ladung Checks: Hedi Slimane für Saint Laurent, Tommy Hilfiger, Stella McCartney, Riccardo Tisci für Givenchy – und Céline. Wunderschön auf Mänteln und Taschen umgesetzt. Phoebe Philo ließ sich von den geräumigen Nylontaschen inspirieren, den sogenannten Shit-Bags, die man aus ramschigen Pakistani-Läden kennt. Inklusive geklebter Säume. Ein guter, neuer Look.

Fast zeitgleich auf der Straße: Karo als neues Spielelement im bunten Mix der Stile. Und als offensichtlichster Botschafter des aufkommenden Grunge-Trends. Das Lieblingsteil: Flanellhemden mit typischen großflächigen Karos in Rot/Schwarz, modisch neu durchdacht: gefittet, mit aufgesetzten Taschen, Schulterklappen, kontrastierenden Manschetten-Innenseiten oder coolen Druckknöpfen. Frauen kombinieren dazu Destroyed-Denim und Heels. Oder tragen es als Bruch zum femininen Stiftrock, dann auch mal geknotet. Männer stellen dazu Dark-Denim. Die vertikalen und jungen Anbieter haben den Trend schnell erkannt. In den vergangenen Monaten konnte der Handel mit Tartan bis Vichy bereits punkten und informierte Kunden für sich gewinnen. Jetzt soll der Trend in die Breite gehen, auch diejenigen ansprechen, die im Zweifel noch nie was von Dries van Noten gehört haben.

Eine ausführliche Analyse zum Trendthema Grunge lesen Sie in der TW 37 vom 12. September 2013. Die digitale Ausgabe steht bereits am 11. September 2013 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.