Rückblickend ist schwer zu sagen, woran es genau gelegen hat. Über Saisons hinweg haben Paddington, Spy & Co für Furore gesorgt. In den Medien, in den Gesprächen modeinteressierter Frauen und vor allem in den Kassen des Modehandels. Und dann plötzlich wollte man von It-Bags nichts mehr wissen. Sie haben ihre Aura verloren. Zu schnell waren sie zu viel zu sehen. Die tausendfache Kopie hat sie entwertet. Aber Totgesagte leben länger. Man schmückt sich wieder mit It-Bags. Mit den alten Bekannten und Klassikern von Chloé, Céline und Chanel. Aber auch mit ganz neuen Modelle in Neon-Farben. Damit sie auch ja nicht übersehen werden. Fast wie zum Beweis tragen die Frauen während der Pariser Fashion Week ihre Taschen vor sich her und positionieren sie gut sichtbar fürs Foto. Das war in den vergangenen Saisons anders.

Und wer den Taschen noch nicht verfallen ist, setzt Akzente mit Brillen, Pelz-Pellerinen, Kragen und auch mal mit einer Baseball-Käppi. Paris hat den Ruf, besonders facettenreich und vielschichtig zu sein. Das haben nicht nur die Schauen für H/W 2012 erneut bestätigt, sondern auch die Frauen auf der Straße. Sie tragen bereits das, was drinnen über den Laufsteg geschickt wird: Lässige Hüllenmäntel, wie Phoebe Philo sie zeigt. Spitze. Röcke. Und immer wieder die Kombination von Sportswear und französischem Chic. Damit überzeugt nicht nur Clare Waight Keller in ihrer zweiten Kollektion für Chloé.