Power-Posing auf dem Pitti. Die Menswear-Messe Pitti Uomo in Florenz (13. bis 16. Januar) ist eine wahre Leistungsschau. Das beschränkt sich schon lange nicht mehr auf das Geschehen an den Ständen der Aussteller. Längst ist das Publikum selbst eines der inspirierendsten Highlights. Sie treiben das Styling-Spiel mit ultraklassischen Produkten der Menswear sowie progressiven Streetswear-Pieces auf die Spitze. Layering par excellence. Stilbrüche inklusive. Der lange Wollmantel als absolutes Must-have. Locker über die Schultern gelegt sorgt er für neues Volumen. Die Revers flanellierter Anzüge und strukturierter Sakkos blitzen darunter hervor.

An Pochettes, Anstecknadeln, Schals und Krawatten wird ebenfalls nicht gespart – für ein neues Schichten der Stofflichkeiten. Die Hosen bleiben unterdessen bekannt verkürzt, geben den Blick frei auf polierte Brogues, Doublemonks oder Allwhite-Sneaker. Als Statement-Accessoire auf dem Kopf bekommt derweil die große Poser-Sonnenbrille mächtig Konkurrenz. Und zwar vom Hut. Waren vor einem Jahr noch kleine Beanies der Headwear-Style der Stunde, zeigt sich jetzt der klare Trend zur Krempe. Ein Accessoire, dessen Revival für deutsche Fußgängerzonen zweifelhaft bewertet werden dürfte. Schließlich ist das Credo fürs Schaulaufen im Innenhof der Fortezza – im Gegensatz zu hiesigen Innenstädten: Egal ob Klassik oder Casualwear – immer schön exzentrisch bleiben.