Ausnahmezustand Bewerbungsgespräch. Was anziehen? Klassisch formell? Oder auffallend modisch? Schwierige Entscheidung, wenn es um einen Job in der Modebranche geht. Die meisten Young Professionals gehen auf Nummer sicher: schmale Hose, Bluse/Hemd und Blazer. Unauffällig, angenehm. Sogar Design-Aspiranten verzichten zunehmend auf auffällige Selbstinszenierungen. Aber nicht auf den eigenen Stil, der meist über ein Liebhaberteil, Accessoires oder kleine Details zum Vorschein kommt. Business as unusual. Der Reality-Check.

Sarah Puscz (22), Studentin Akademie JAK, Mode & Textilmanagement: „Ich möchte mich gerne bei Marc O’Polo, CBR Fashion Group, Diesel und Hugo Boss bewerben. Das ideale Bewerbungsoutfit muss für mich in erster Linie schick sein. Es darf aber nicht zu konform sein und sollte individuell wirken. Ich habe darauf geachtet, Schuhe mit Absatz zu tragen, in denen ich es aber auch längere Zeit aushalte. Für mein Bewerbungsoutfit war ich extra shoppen und habe online bei Asos, Mango und H&M bestellt. Insgesamt habe ich etwa 200 Euro ausgegeben.“

Louisa Verck (21), Studentin ISM Hamburg, Global Brand & Fashion Management: „Ein Bewerbungsoutfit muss für mich bequem, aber auch modisch sein. Es ist sehr wichtig, dass ich mich in den Klamotten wohlfühle. Außerdem sollte man darauf achten, dass das Outfit zu dem Unternehmen passt, bei dem man sich bewerben will. In meinem Fall sind das Hugo Boss, Inditex und mytheresa.com. Meine Bewerbungsklamotten kaufe ich meistens bei Zara oder im Alsterhaus in Hamburg.“

Sebastian Günther (27), Student LDT Nagold, Textilbetriebswirt BTE: „Mein Outfit war ein Spontangriff. Ich schaue was schick ist, aber nicht zu steif, damit ich mich darin wohlfühle. Ein optimales Bewerbungsoutfit sollte auf jeden Fall die Persönlichkeit widerspiegeln. Ich möchte mich bei Marc O’Polo und Gant bewerben im Bereich Produktmanagement. Für einen formellen Anlass würde ich niemals online einkaufen. Das ist mir noch zu riskant. Ich gehe lieber persönlich ins Geschäft, wo ich die Passform direkt testen kann.“

Mariele Scheiba (21), Studentin LDT Nagold, Textilbetriebswirt BTE: „Ich möchte mich bei Zalando, P&C Düsseldorf und Hugo Boss bewerben. Ich wollte etwas helles, das zum Sommer passt und aus einer aktuellen Kollektion stammt, tragen. Dabei habe ich darauf geachtet, dass es nicht zu steif und zugeknöpft aussieht. Für mich gehört zu einem klassischen Bewerbungs-Look eine Bluse mit Blazer, damit kann man nichts falsch machen. Mein Outfit stammt hauptsächlich von Zara, die Schuhe von Paul Green.“

Linda Bulic (21), Studentin HS Reutlingen, Textiltechnologie: „Ich habe mich für einen Stilmix entschieden und trage Sneaker zum Blazer. Das musste sein, damit ich mich wohlfühle. Das ist für mich mit das Wichtigste bei einem Bewerbungsoutfit. Ebenso, dass es stilmäßig zum Unternehmen passt, bei dem man sich vorstellt. Bei einem Sportswearlabel darf es auch ruhig sportlich und leger sein. Meine Bewerbungsoutfits kaufe ich meistens bei Engelhorn.“

Kristina Derichs (19), Studentin EBC HS Düsseldorf, Fashion, Luxury & Retail Management: „Ein Bewerbungsoutfit sollte nicht zu aufreizend, aber auch nicht zu unauffällig sein. Das war auch die Intention bei meinem Outfit. Ich habe mich bewusst für einen schlichten Look in Schwarz und Weiß entschieden, aber ihn mit Hilfe von Schmuck und Accessoires aufgepeppt. Außerdem trage ich gezielt hohe Schuhe, weil das meiner Meinung nach besser rüberkommt, als mit flachen. Ich möchte mich für ein Praktikum bei der Holy Fashion Group und bei Hugo Boss bewerben. Zu solch einem Anlass kaufe ich bei Zara, Esprit und Asos ein.“

Alana Heseler (20), Studentin EBC Düsseldorf, Fashion, Luxury & Retail Management: „Ich möchte mich bei Hugo Boss, Inditex, Gant und Calzedonia informieren und bewerben. Bei meinem Outfit habe ich darauf geachtet, dass es sommerlich ist, darum habe ich Weiß gewählt. Damit es nicht zu aufdringlich wirkt, habe ich es mit Schwarz kombiniert. Zu einem Bewerbungsgespräch gehören eine Bluse und ein Blazer. Meistens sind hohe Schuhe vorteilhaft, aber auch gepflegte Ballerinas eignen sich. Was auf keinen Fall passt, sind Sneaker. Obwohl man das vom Unternehmen abhängig machen muss. Meine Bewerbungskleidung kaufe ich bei Zara, Massimo Dutti und Tommy Hilfiger.“

Louisa Klementz (20), Studentin Johann Wolfgang Goethe-Universität, BWL: „Mir ist wichtig, dass ich mich bei einem Bewerbungsgespräch authentisch zeige. Mein Outfit soll meinen Stil widerspiegeln, muss aber zugleich schick sein. Man sollte nicht zu extravagant rüber kommen und sollte sich ein Stück weit an dem Unternehmen orientieren und sich dementsprechend kleiden. Mein Outfit stammt von Zara, H&M und Steve Madden. Ich studiere momentan BWL und möchte mich über Masterstudiengänge und Weiterbildungsmöglichkeiten informieren, unter anderem bei der EBC Düsseldorf, LDT Nagold, aber auch bei P&C, Escada und mytheresa.com.“

Arabella Braun (26), Studentin HS Reutlingen, International Fashion Retail: „Ich habe mich für dieses Outfit entschieden, weil ich schick, aber nicht zu spießig aussehen wollte. Mir war wichtig, meinen eigenen Stil im Business-Look umzusetzen. Man sollte bei einem Vorstellungsgespräch mit Hilfe der Kleidung die eigene Persönlichkeit präsentieren können. Zu einem guten Outfit gehört für mich immer eine weiße Bluse. Diese kann man vielfältig kombinieren, als lässige oder schicke Variante. Meine Businesskleidung kaufe ich immer bei Mango ein, weil die Auswahl modisch und interessant ist. Ich möchte mich bei Hachmeister + Partner und P&C Düsseldorf vorstellen."

Maria Höhn (21), Studentin HS Reutlingen, International Fashion Retail: „Mir fiel es nicht schwer, ein Outfit zu finden, ich kleide mich auch im Alltag meistens in Schwarz und eher schick. Wichtig war mir nur, dass ich mich darin wohl und selbstsicher fühle. Für einen Business-Look braucht es nicht immer einen Blazer, Hauptsache ist, dass persönliche Aspekte auffallen. Mein persönliches No-Go sind Kostüme, weil diese kaum Individualität zulassen. Meine businesstaugliche Kleidung kaufe ich meistens bei Zara, da es vergleichsweise günstig ist. Mein Wunsch ist es im Buying zum Beispiel bei Inditex zu arbeiten.“

Umfrage: Medya Bischoff