Zurück in den 90ern. Nirvana und Spice Girls, Britpop und Love Parade. Erinnerung daran werden zwangsläufig geweckt beim Gang durch Londons Straßen. Bomberjacken, Karohemden, Polyacryl-Mützen und Doc Martens – besonders der Grunge- und Punk-Look der Neunziger erlebt in der britischen Metropole momentan ein großes Revival. Das wird während der London Fashion Week einmal mehr deutlich. Die Besucher der Ausstellung im Somerset House tragen den Grunge-Look ebenso wie die Fashion Crowd, die im Publikum der großen Designerschauen sitzt. Die Studenten vom Central Saint Martins College wie die Shopper auf der Oxford Street.

Allen voran das Karo in Rot/Schwarz ist das dominierende Thema im Straßenbild. Es wirkt schon fast wie eine Art Uniform. Checks kommen ganz plakativ allover oder im Mix mit Blumenmuster und Leo-Print. Darüber darf es ruhig haarig und weich sein. Mäntel aus Fake Fur und oversized Jeansjacken gefüttert mit Teddyfell machen das Outfit kuschelig. Neu an dem ganzen Grunge-Thema ist, dass der Look „gepimpt“ wird. Und zwar auf Grunge Deluxe.

Zum Beispiel über Accessoires wie Doc Martens in Metallic-Farben oder Nike Air Max mit Neon-Akzenten. Schwarzes Leder ist beim Edel-Grunge ein Muss. Bei den Mädels kommen Bikerjacken mit Nieten zu ausgestellten Miniröcken, Chelsea Boots und Stepp-Taschen à la Chanel. Bei den Männern veredeln schmale Boots oder Schnürer den Look. Mutige ersetzen auch mal die Hose durch den Rock. Die wichtigsten Accessoires beim Edel-Grunge: schwarze Sonnenbrille und roter Nagellack. Hier gibt es sie bereits: die große Koalition.

Eine ausführliche Analyse der Designerschauen in London lesen Sie in der TW 39 vom 26. September 2013. Die digitale Ausgabe steht bereits am 25. September 2013 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.