Abseits der High Street, tief im Osten, sieht London anders aus. Kein Neon, keine lauten Trikots, keine bunten Retro-Runner. Dieser Look hat eh nie richtig zu der Stadt gepasst. Zu der kantigen, rauen Metropole. Zu den dunklen Clubs. Der alternativen Musikszene.

Seit Ende der neunziger Jahre haben charmant angeranzte Clubs und Bars rund um die Old Street im East End eine junge und unprätentiöse Alternative zum Westen geschaffen. Die Szene tummelt sich in Shoreditch (Elektro), Dalston (Jazz), Bethnal Green (künstlerische Avantgarde), Hackney (Vintage, Bio-Food-Anhänger) und Hackney Wick. Die Working Class-Viertel sind schon längst zum Kiez für Kreative geworden. Neben Galerien und coolen Restaurants siedeln sich auch immer mehr Internet-Start-ups an. Ein Schmelztiegel. Auch modisch gesehen.

Grunge-, Punk-, Rock- und Gothic-Einflüsse sind omnipräsent auf der Straße, in den Clubs. Die Musik lebt und wird gelebt. Viel Leder, viel Denim und am liebsten alles in Schwarz. Als ob jemand einen Filter über alles gelegt hat. Bandshirts, Gym-Pants, oversized Strick, Biker-Jacken. Dazwischen immer wieder: Checks, Moonwashed-Jeans, Fell- und Denim-Westen. Unabdingbar: Biker-Boots und Dr. Martens.

Neues Futter für den Grunge- und Gothic-Trend, der bereits seit Saisons Einzug in die Urbanwear hält und auch zum Herbst 2014 mehr Raum einnehmen wird. Er braucht neue Elemente, neue Key-Pieces, die noch nicht bei Topshop & Co. hängen. Rauer, tougher, so, wie es ins East End passen würde.