Die ganz Progressiven werden Basketball-Shorts tragen. Aus Seide. Dazu eine blütenweiße, strenge Bluse, vielleicht. Nächste Woche in Berlin werden die Trends von morgen wieder in den Messegängen und im Schauenzelt spazieren getragen. Ein Seismograph für viele Einkäufer. Sie werden die Basketball-Shorts sehen, schmunzeln, nicken oder abwinken. Ordern. Oder vielleicht nicht. Aber sie alle wissen: Die jüngsten Impulse in der DOB kommen aus dem Aktivsport. Durch alle Genres hinweg. Was am Ende auf dem Orderblock landet, entscheidet letztendlich die modische Ausrichtung des Sortiments. Urban: Trikots und Collegejacken. Premium: Seidenblousons. Mitte: sportive Jacken in leichter Masche.

Der Aktivsport bringt nicht nur neue Spielelemente in die Kollektionen – Bomber, Trikots, Westen, Joggingpants – er stellt auch die Dominanz der schmalen Silhouette in Frage. Die Joggingpant wird als Alternative zur Skinny-Jeans diskutiert und angetestet. Gemeint ist nicht die Pant zum Sport. Oder für die Couch, aus Sweat, prollig, ausgebeult. Es geht um angezogenere Varianten aus Seide oder Jersey. Sie sitzt obenrum luftig-locker, etwas tiefer im Schritt. Unten schmal zulaufend, auch mal mit Bündchen.

Im Bruch zu Seidenbluse, Lederjacke und High-Heels bekommt sie eine völlig neue Attitüde. Auch der Blouson gilt als absoluter Aufsteiger. Bestenfalls aus Nylon, federleicht. Denim wird zur Basis. Aber nicht basic: gepatcht, besprüht, bedruckt, bestickt, gebleached und destroyed. Die Kreativen waren beim Thema Denim in den letzten Monaten vor allem eins: sehr aktiv.