Skateboarding ist auf dem besten Wege, aus der Nische herauszurollen. Traf man Skater früher vor allem als versprenkelte Teenie-Cliquen, die Supermarkt-Parkplätze, Schulhöfe oder innerstädtische Treppenkonstruktionen bebretterten, sausen jetzt Angehörige sämtlicher Generationen durch jeden halbwegs jungen, trendigen Stadtteil. Familienväter greifen für den Weg zum Bäcker zum satten Edel-Longboard. Hipster-Jungs und -Mädchen schlängeln sich auf irrwitzig kleinen und knallbunten Cruiseboards durch Fußgängerzonen. Fast scheint es, als sei der Rollbrett-Hype die logische Folge des Sneaker-Booms.

Was das jetzt für die Fashion-Branche heißt? Sicher nicht, dass jede Urbanwear-Fläche jetzt zum Skateboard-Store umgebaut werden sollte. Aber während aktuell noch Fixie und Co. im Merchandising als Signalgeber für Progressivität gelten, kaum eine Trend-Abteilung ohne puristisches Fahrrad auskommt, haben die Deko-Teams der Fashion-Häuser mit dem Füllhorn an verschiedenen Boards jetzt stapelweise Alternativen zur Hand.

Ob für die Fläche oder das Fenster. Ob als Deko-Element oder Accessoires-Alternative. Der Brett-Boom bietet dem Handel neue Möglichkeiten. Nur eine Konstante hat sich wacker gehalten: Knieschoner und Ellbogenschützer sollte man – auch wenn alle rationalen Gründe dagegen sprechen – aus Stylegründen Inline-Skatern überlassen.

Die TW 18 vom 5. Mai 2016 widmet sich mit einer monothematischen Modestrecke dem Megatrend Athleisure in all seinen Facetten. Die digitale Ausgabe steht bereits am 4. Mai 2016 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.