Ein Schuh-Hybrid erobert die Straßen. Die Sneaker-Wedges oder auch Bekkets genannt bahnen sich ihren Weg bis hin zum kommerziellen Markt. Losgetreten hat den Schuh-Hype Designerin Isabel Marant, die den Sneaker mit verstecktem Keilabsatz und Klettverschlüssen bereits vor einigen Saisons präsentiert hat. Andere Designer-Marken wie Marc Jacobs und Chloé zogen nach. In Paris und Mailand sind Bekkets schon längst keine Neulinge mehr auf den Schuhflächen. Und hierzulande? Auf dem deutschen Schuhmarkt ist der Sneaker-Wedge bislang nur etwas für die modisch informierte Kundin gewesen. Das könnte sich nun ändern. Kürzlich auf der GDS hat man es aus allen Richtungen vernommen: „Der Sneaker-Wedge ist nochmal stark nachgeordert worden“, heißt es nicht nur bei Tamaris. Ein weiteres Anzeichen für den Durchbruch des Sneaker-Wedges im kommerziellen Markt: Bei Deichmann wird das Schuhmodell aktuell ganz prominent in den Schaufenstern präsentiert. Auch in den Online-Shops von Zalando und Mytheresa werden zum Beispiel Bekkets von Serafini, Ash und Chloé angeboten.

„Der Sneaker-Wedge wird sich durchsetzen“

Für Romy Schoenberg von fifty6 in Saarbrücken ist klar, dass der Sneaker-Wedge ein Massenprodukt wird: „Isabel Marant hat immer ein gutes Gespür dafür, was Frauen tragen wollen und wonach sie suchen. Die modische Kundin kauft das Original, dass hier angeblich schon überall ausverkauft ist, aber die Kopie findet man jetzt auch schon bei Deichmann. Auf der Micam war der Sneaker-Wedge auf jedenfall der meist kopierteste Schuh.“ Für ihr eigenes Geschäft hat die Schuhhändlerin vorgesorgt und sich mit Bekkets von Airstep und Fantasy eingedeckt: „Ich würde den Teufel tun, mir Eins-zu-Eins-Kopien von den Desginer-Wedges auf die Ladenfläche zu stellen. Es gibt sehr gute Interpretationen des Schuhs, mit neuen Ideen.“ Statt auf Klettverschlüsse setzt Schoenberg auf Schnürvarianten. Die Preise bewegen sich zwischen 99 und 159 Euro. Auf der Micam in Mailand hat sie nochmals nachgeordert: „Das Angebot war so beschränkt, dass sich jeder auf den Schuh gestürzt hat.“ Und welche Zukunft prognostiziert sie dem Schuh? Für Schoenberg ist klar, der Sneaker-Wedge wird sich durchsetzen. Leicht modifiziert könne der Schuh auch im Herbst noch gut verkauft werden. „Drei Klettverschlüsse auf dem Spann, das funktioniert nicht lang. Die Schnürung muss edel sein und der Schaft höher werden. Material- und Farbkombinationen müssen gut aufeinander abgestimmt sein. Im Herbst kann man zum Beispiel mit Rot, Silber, Schlangemuster und Glitzerelementen spielen.“

Tamaris
Tamaris


„Für sofort habe ich gar nichts mehr bekommen“

Während Romy Schoenberg in Saarbrücken schon Sneaker-Wedges an die Frau bringt, wartet Evelyn Stütz, Inhaberin von Eve Pure Fashion in Schweinfurt, schon seit drei Wochen auf die Lieferung der Wedges für Herbst: „Seit Wochen sind die Schuhe bestellt und bezahlt, aber bis jetzt ist noch nichts da. Für sofort habe ich in Bologna gar nichts mehr bekommen.“ Zum Herbst setzt Stütz auf Sneaker-Wedges mit Klettverschluss oder Schnürung in Neonpink mit Grau, aber auch in gedeckten Schwarz- und Brauntönen. Im Gegensatz zu Romy Schoenberg glaubt Evelyn Stütz nicht an den kommerziellen Durchbruch des Sneaker-Wedges: „Das ist ein topmodisches Produkt, keine 0815-Ware. Ich denke, dass nur sehr informierte Kundinnen den Schuh tragen werden. Aber es ist eine gute Alternative zum Turnschuh. Jemand der es sportlich mag, aber nicht auf einen hohen Absatz verzichten will, kommt hier voll auf seine Kosten.“ Bei der Präsentation des Sneaker-Wedges ist sich die Schuhhändlerin sicher: „Den Schuh muss man extra stellen und der weniger informierten Kundin auch Styling-Möglichkeiten mit an die Hand geben, wie zum Beispiel eine Neonröhre und das passende Shirt dazu kombinieren.“ Erstmal wird sie das Produkt aber nur in „homöopathischen Dosierungen“ ausprobieren.

„Der Sneaker-Wedge bleibt ein modisches Thema“

Auf Sneaker-Wedges setzt auch Buffalo erneut. Gülsah Kocagül, Buffalo-Marketing: „Inwiefern sich das Modell noch weiterdrehen lässt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen." Für die modische junge Frau werde es auf jeden Fall ein Thema bleiben. Momentan sei die Nachfrage bei Buffalo sehr groß.

„Ein guter Übergangsschuh“

In den nächsten Tagen erwartet Görtz eine neue Lieferung von Ash und Strategia. Regine Bauer, Produktmanagerin Premium bei Görtz: „Für die modische Kundin ist der Sneaker-Wedge ein großes Thema. In Paris sieht man ihn nur, da ist er schon längst im kommerziellen Markt angekommen, man sieht auch diverse Kopien. In Deutschland fängt das jetzt erst an. Der Sneaker-Wedge ist ein guter Schuhtyp und im Herbst ein guter Übergangsschuh. Momentan ist das der am meisten kopierteste Sneaker, in allen Zeitschriften wird er gut besprochen." Zum Frühjahr/Sommer sieht die Produktmanagerin eher helle Farbkombinationen wie Beige, Blau und Weiß, im Herbst können dunklere Farben wie Schwarz, Navy und Braun das Thema erneuern allerdings immer in Veloursleder.