Noch vor Kurzem wurden sie zum Aufsteiger gekürt. Kleine, spitze Themen, die wir als Sahnehäubchen, als Highlights für Sortimente propagierten. Viele davon haben sich schnell etabliert, sie wurden bis hin in die kommerziellen Kanäle gespült. Und avancierten zu Topsellern:

Bubi-Kragen. In Kombination mit transparenter Spitze, Seide und femininen Silhouetten verwandelte er jedes biedere Outfit in einen sexy-strengen Look. Bei modebewussten Frauen entwickelten sich abnehmbare Kragen zum neuen Spielelement, mehr noch, strass- oder nietenbesetzte Modelle avancierten 2012 zum neuen It-Accessoires.

Schößchen. 2012 war auch das Schößchen wieder da. Zuerst bei den internationalen Schauen, dann an fast jedem zweiten Teil bei Zara & Co. Schwingende Volants an Pullovern, Seidentops, Blusen und Röcken. Asymmetrisch, mehrfarbig, im Materialpatch. New Look 2012: Genauso opulent wie in den 40er Jahren, aber mit neuen, schmalen Partnern. Weiblichkeit, Wonne, Wohlfühlen. Feminin – das ist nach Saisons, die von sportiver Lässigkeit und Lagenlooks geprägt waren, eine der stärksten Richtungen in der DOB zurzeit. Das haben auch viele der Premium-Kollektionen für Sommer 2013 gezeigt.

Camouflage. Im jungen und progressiven Markt hat sich Camouflage mal wieder zum Trend zugespitzt. Aber mit deutlich mehr Durchschlagkraft als zuletzt. Shirts, Sweats und vor allem Parkas mit Camouflage-Prints gehören dieses Jahr zur Hipster-Uniform. Es ist vor allem der Army-Parka, den Männer mit schmalem Hemd, Röhre und Budapestern tragen. Und Frauen mit Metallic-Top, Leo-Cardigan und Plissee-Rock. Die hohe Kunst des Mixens hat ein neues Element.

Metallic-Röhre. Der glänzende Aufsteiger. Gold, Silber, Bronze – die beschichteten Hosen landen auf den vordersten Plätzen. Denn sie sind die trendige Alternative zur Jeans. Mit schlichten Sweatshirt in Graumelange oder mit Angora-Pullis in Nudetönen oder Knallfarben wird die Hose absolut straßen- und alltagstauglich.

Vokuhila. Heiß diskutiert. Vokuhila? Vorne kurz, hinten lang - so ist letztendlich der Topseller Bluse 2012 in eine neue Runde gegangen. Mit nachhaltiger Wirkung für Shirts und Sweats: Kaum ein Anbieter, der die asymmetrischen Teile nicht im Sortiment hatte. Und so entstand eine neue Art von Lagenlook. Und eine angenehme Abwechslung zum gängigem Shirt-Chino-Look.

Andere Aufsteiger brauchen noch Zeit. Sie sind noch zu spitz, für durchschnittlich modische Kunden unverständlich. Sie müssen sich erst in die Teile hineinsehen. Das geht aber manchmal schneller als man denkt. Ein paar Bilder von den Designerschauen in den Hochglanzmagazinen, ein paar Streetlooks auf den Modeblogs, eine hochmodische Freundin oder das H&M-Schaufenster – und schon erscheint das Teil gar nicht mehr so abwegig:

Stepp. Wattierungen wabern schon seit Saisons wieder luftig durch die junge Modewelt. Nun verdichten sich die Zeichen für ein ernstzunehmendes Comeback von leicht wattierten Stepp-Teilen. Bei Chloé zum Beispiel traditionell und glänzend als Bleistiftrock. Mittelgroß als leichte, pludrige 7/8-Hose und riesig als sportive Fleece-Jacke. Meist im Stilbruch zu Spitzen-Tops und -mänteln, zu Grobstrickpullis und Blumenprints.

Rolli. Nicht nur für Nerds: Der Rolli ist zurück. Er scheint einfach von Natur aus zu Höherem berufen zu sein. Und dank seines facettenreichen Styling-Potenzials ist er derzeit angesagter denn je. Er macht Crew- und V-Neck Konkurrenz. Ob Casual- oder Business-Look, selbst den Schritt auf den Laufsteg meistert der Klassiker mühelos. Dort wird er von internationalen Designern als anpassungsfähiger Begleiter in verschiedensten Looks inszeniert. Clean, schlank, abgeräumt oder rustikal, sportiv, geschmückt – gerade im Winter entfaltet der Alleskönner seine ganze Fülle an smarten Formen und überraschenden Styles. Vergessen scheint der spießige Rolli, der einst dem Nerd oder verschrobenen Architekten schmeichelte.

Glanzblouson. Keine Lust mehr auf Military-Parkas. Keine Lust mehr auf olle Lederjacken. Shiny Rich-Kids-Blousons bringen jetzt neuen Schwung ins Vintagejacken-Einerlei. Nach endlosen Tagen voller Vintage-Lederjacken und rumpeliger Military-Parkas ist das auch bitter nötig. Denn die coolen Kids sind auf der Suche nach Abwechslung im ewigen Einerlei aus kaputtgewaschenen Jeansjacken und geflickten, olivgrünen M65-Parkas. Hier sorgt jetzt der Glanzblouson für mehr Action. Nicht zuletzt, weil er perfekt in den mobilen Großstadt-Style der jungen Hipster passt. Denn wer sein blankgeputztes Rennrad mit einer goldenen Kette und metallisch blitzenden Ventilkappen ausstattet, der kann auch seinem eigenen Outfit einen ordentlichen Schuss Glanz verpassen.

Blazer-Mantel. Sportivität, Funktion, Rustikalität. Das sind Schlagworte, die Kollektionen und Flächen seit geraumer Zeit prägen. Allerdings mit nur mäßigem wirtschaftlichen Erfolg. Seit zwei Saisons mangelt es einfach an Schwung im Jacken-Business. Warum also nicht mal wieder Mantel wagen? Revers statt Reißverschluss. Billet- statt Blasebalgtasche. Der Blazermantel bringt cleane Frische in die Outerwear. Erste Anzeichen für ein Comeback der Warmhalter mit dem extra Schuss Klassik gab es schon vor einem Jahr in Mailand. Ob Ermanno Scervino, Prada, Burberry Prorsum oder Armani – die Kreativen der internationalen Menswear-Designhäuser schickten jede Menge langer Dinger über die Laufstege. Sowohl in satten Doubleface-Qualitäten als auch in anschmiegsamen, federleichten Luxus-Tuchen. Der Schnitt: immer schlank. Die Länge: mindestens bis Mitte Oberschenkel. Die Looks: so unterschiedlich wie nur möglich. Denn der Blazermantel eignet sich hervorragend für das Spiel mit verschiedenen Stilistiken. Wie ein passendes Puzzle-Teil fügt er sich zum Beispiel zur schlanken und verkürzten Winter-Wollhose – dem Fashion-Aufsteiger schlechthin, wenn es um die Favoriten modischer Männer geht.

Jeans-Jacke. Klassiker, Fashion-Item, Alltagsklamotte. Die kleine Blaue hat schon alle modischen Hochs und Tiefs erlebt. Und ist gerade dabei, sich wieder neu zu erfinden. Mit Patches, Applikationen, im Material-Mix bekommt die Jeansjacke aktuell ein frisches Antlitz verliehen. Zara verziert die Jeans/Leder-Teile mit goldenen Knöpfen und Nieten. Dsquared überzieht sie zum Frühjahr 2013 mit glänzenden Metallknöpfen und Applikationen. Oder verpasst ihnen eine Leo-Fell-Optik am Kragen. Sandro Paris oder Wrangler zeigen sie gefüttert mit Lammfell oder Teddyfutter für Herbst und Winter. Topman und Urban Outfitters präsentieren das Stück im Layering-Look unter Daunenjacke oder Mantel. Die Jeansjacke als zeitloser Allrounder? So könnte man es sehen. Ohne Frage ist sie wieder da, die Jeansjacke.