Nein, das T-Shirt ist nicht beim Waschen eingegangen. Es sieht nur so aus. Trendsetterinnen tragen jetzt kurze, etwas weiter geschnittene Tops. Bauchfrei ist wieder angesagt. Damit keine Missverständnisse auftreten: Dabei geht es nicht um die geknotete Bluse, die den gesamten Bauchnabel blitzen lässt. Oder umgeschnittene Print-Shirts, die in den späten 90er Jahren zu Hüftjeans kombiniert wurden und neben dem Nabel auch das Arschgeweih entblößten.



Asos
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Der neue Bauchfrei-Look ist von den späten 80er Jahren inspiriert. Als die Karottenjeans noch in der Taille festgezurrt, dazu das luftige, kurze Shirt getragen wurde, damit man etwas vom durchtrainierten Bauch sah. Etwas. Auch jetzt ist es keine Nabelschau, denn der Nabel ist dabei gar nicht zu sehen, nur ein bisschen Haut. Verspielte Erotik. So haben es Designer wie Prada, Yves Saint Laurent und Jil Sander bereits zum Sommer 2009 gezeigt. Bauchfreie Tops zu hochgeschnittenen Stiftröcken. Dezent, fast streng. Durchgesetzt hat es sich bisher nicht. Aber vielleicht jetzt.

Denn wir haben wieder die hochgeschnittenen Hosen, Marlene und Flared, daneben kommen Maxi- und Midiröcke, die höher gearbeitet sind. Sie schreien nach kürzeren Oberteilen. Und wer trendbewusst ist, sich traut (und am besten noch einen flachen Bauch hat), greift zum Crop-Top. So sieht der Look neu und modern aus. Und sexy. Denn die Taille wird betont, man zeigt seine weiblichen Reize, ohne vulgär zu wirken.



Asos
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Vielleicht ist das Crop-Top auch der fehlende Baustein. Flared und Marlene, Maxi- und Midirock haben es bisher noch schwer im breiten Markt. Sie sind zu kompliziert zu kombinieren für die nicht so geübte Kundin. Für all die Frauen, die den Lagenlook lieben, ihre kleinen Pölsterchen mit Long-Shirt über Röhre kaschieren. Für die Anderen, die Körperbewussten, sind sie Trendteile zu unsexy.

Wahrscheinlich braucht es das kürzere Top, um das Geschäft anzukurbeln. Viele Frauen müssen sich erstmal in eine neue Silhouette hineingucken. In Zeitschriften, an Schaufensterfiguren und auf der Straße. Die Kombinationsmöglichkeiten müssen für sie sichtbar sein. Und dann verstehen sie auch, dass beim Waschen nichts schief gelaufen ist.