Es gibt Relikte aus der Kindheit, denen man im Erwachsenenleben keinen Platz mehr einräumen will. Sturmmütze? Ruiniert jede Frisur. Handschuhe mit Schnur? Praktisch, aber von wem würde man da noch ernst genommen werden. Schuhe mit Klettverschluss? Siehe Handschuhe mit Schnur. Einer aus der Reihe hat es dann aber doch geschafft. Die Ohrenschützer! Die kleinen Puschel mausern sich zum hippen Accessoire und sind an kalten Tagen immer häufiger als warmer Kopfbegleiter im Straßenbild zu sehen.



Ob mit verstellbaren, eingestrickten oder fellbezogenen Bügeln, in flauschiger Fell- oder in gestrickter Optik. Die Auswahl ist groß. Ugg setzt zum Beispiel auf Ohrenwärmer in Lammfelloptik. Emu zeigt zur kommenden Wintersaison große Earmuffs in Zottel-Optik. Der niederländische Winteraccessoires-Hersteller Barts mag es knallig und präsentiert für Winter 2012 Ohrwärmer in Quietsch-Lila. Und auch beim britischen Accessoires-Filialisten Accessorize wäre ein Sortiment im Winter ohne Earmuffs wohl kaum denkbar.

Trotz des Lobgesangs auf die puscheligen Ohrenschützer. Sie sind etwas für Modemutige. Die, die kein Problem damit haben etwas Auffälliges zu tragen. Denn im Gegensatz zur Mütze, die man sich tief ins Gesicht ziehen kann und die jeden Bad-Hair-Day nur halb so schlimm erscheinen lässt, schreit der Ohrwärmer vom Kopf: "Bitte hergucken, Accessoire im Anmarsch!" Für die weniger Modeinteressierten ist die Mütze da sicherlich die einfachere, bequemere Lösung. Aufsetzen, fertig. Nach mir die Kälte! Für den modeinformierten Kunden können Ohrenwärmer zum i-Tüpfelchen des Winter-Looks avancieren. Die Kindertage des Ohrenwärmers sind auf jeden Fall gezählt.