Manche halten es wie die Punks: Ärmel ab. Aus der Jeansjacke wird flugs die Jeansweste. Mit ausgefransten Säumen. Ein paar böse Badges drauf – fertig ist das rebellische Teil. Hauptsache nicht so wie die anderen rumlaufen. Auch bei der Biker-Weste ist der Grundgedanke in groben Zügen derselbe: Abgrenzung. Rebellion. Vor allem: Erneuerung. Denn Biker-Jacken hat nun wirklich jeder im Schrank. Also geht es dem rockigen Lederteil nun an den Kragen. Beziehungsweise an die Ärmel. Als Weste gilt sie jetzt als Must-have für progressive Sortimente.

Dabei geistert sie schon seit längerem wieder durch die Mode. Vielmehr gab es vereinzelt zaghafte Versuche von hochmodischen Labels aus Skandinavien. Acne beispielsweise präsentierte bereits zum Herbst/Winter 2011/12 eine butterweiche Moto-Weste. Damals allerdings war gerade ein anderes, weniger rebellisches ärmelloses Teil en vogue: die Pailletten-Weste. Man trug sie über Sweatern, Blusen, zur Jeans und zum Rock. Für ein wenig Bling Bling im Outfit.

Siehe da: immerhin eine Weste. Etwas scheint die Frauen wohl doch immer an den kleinen Teilen zu faszinieren. Ganz klar: Lagenlook und einzelteiliges Kombinieren fordern immer neue Elemente. Da sind Frauen dankbar für universal einsetzbare Bausteine wie kleine Westen, die sie mal eben so über Kleid, Bluse oder Tunika werfen können.

Nichts anderes steht hinter der Erfolgsgeschichte des ärmellosen Blazers. Zunächst von internationalen Designern wie Yves Saint Laurent und Stella McCartney propagiert, dann schnell von Zara & Co. für die breiten Massen adaptiert. Parallel baute sich daneben die Parka- und die Trench-Weste auf, wie sie Lala Berlin zum Winter 2012 zeigte. Ebenso der ärmellose Mantel als Long Vest mit Taillengürtel getragen. Alles Must-haves für trendbewusste Frauen. Zum Sommer 2014 propagiert Lala Berlin erneut die Weste, diesmal etwas herber mit Biker-Anklängen. Sie wirkt so gar nicht rebellisch. Vielleicht ist das der Knackpunkt.