Ready-to-wear. Ein Schlüsselthema jetzt und in der Zukunft für den Markt. Kunden auf breiter Front kaufen, was sie sofort tragen können. Das stellt jedes Jahr aufs Neue Taktung und Saisontiming in Frage. Immer drängender, wenn das Geschäft schleppend anläuft, immer dann, wenn am Ende der Saison noch Unmengen an Ware im Markt zirkulieren. Was heißt die Bewegung zu bedarfsgerechteren Kollektionen für Materialien und Farben? Das haben wir Mayouri Sengchanh von der Trendagentur Exalis gefragt.

Wir reden in der Mode immer mehr von Ready-to-wear, von bedarfgerechteren Kollektionen und Sortimenten. Was beobachten Sie zu diesem Thema?

Mayouri Sengchanh: Im September herrscht in Europa seit Jahren schon Indian-Summer mit sommerlichen Wetterbedingungen. Die Stoffmessen wie Première Vision oder die Ledermessen Cuir à Paris und Lineapelle finden auch immer früher statt, um der Industrie die Möglichkeit zu geben, auf diese Rahmenbedingungen einzugehen und Kollektionen besser und früher planen zu können. Die Industrie muss immer mehr Capsule-Kollektionen gestalten, damit sie die Bedürfnisse der Konsumenten passend zum Wetter besser treffen kann. Wir reden und diskutieren über acht oder zehn Saisons statt vier.

Was heißt "bedarfsgerecht" für die Materialien zum H/W 2015/16?

Material-Mix muss das Schlagwort für alle Saisons sein. Für den kommenden Winter 2015/16 heißt das konkret, dass kompakte Wolle sich mit federleichter Baumwolle mischt. Seide und Guipure sorgen für viel Leichtigkeit und Transparenz und werden mit blickdichtem Tweed kombiniert. Zwiebellook ist ein Must. Daran sollte man bei der Sortimentsplanung immer denken. „Sommerliche“ leichte Teile in Kombination mit „winterlichen“, um sich mit wenig Aufwand und Mühe an die wechselnden Wetterbedingungen anpassen zu können. Ein leichtes Seidentop wird im Winter mit einer groben Strickjacke in XXL-Masche getragen.

Welche Farben transportieren den Ready-to-wear-Gedanken?

Zum Sommer werden Lichtfarben wichtig: Bisque, Marmor, Sky Grey. Daneben Pastelle wie Napoli Yellow, Pale Sky, Deep Blush und "Creamy Greens" wie Mint, Verdigris, Slate, Kiwi. Für den Übergang „Organic Darks“ wie Indigo, Seaweed und Grape. Zum Winter 2015/16 nehmen mit Moos und Lime nochmal Grüntöne Fahrt auf. Wärme kommt über Braun-Nuancen von Nutmeg, Macchiato, Pure Cacao bis Quartz, sowie über kremige Orangetöne (Carmine Red, Brown Sugar, Orange Cream). Als Basis sehen wir Neutrals rund um Nutmeg Cream, Talcum, Gravel und Tracing Grey Paper.

Einen ausführlichen Bericht über das aktuelle Geschäft im Handel und die wachsende Bedeutung von Ready-to-wear lesen Sie in der TW 43 vom 23. Oktober 2014. Die digitale Ausgabe steht bereits am 22. Oktober 2014 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.