Gutes Teil, aber noch ein zartes Pflänzchen. Oft sieht man es nur auf Modeblogs und in modisch spitzen Sortimenten. Aber es ist vielversprechend. Also taufen wir es "Aufsteiger". Und beobchten. Viele davon sind alte Bekannte, die neu interpretiert ins Rennen geschickt werden. Manche verschwinden wieder von der Bildfläche. Doch einige Aufsteigerthemen etablieren sich. Werden erst zu Must-haves, dann zu Topsellern. Welche Aufsteiger 2015 haben das Potenzial zum Topseller zu avancieren?

Cord. Der kernige Stoff-Gesell zeigt neue, weiche Seiten. Und bringt eine frische Nuance ins Hosen-Bild. Drei Triebfedern: Seventies-Einflüsse, der Silhouettenwandel bei Hosen, entspannte Stoffe sind gefragt. Der neue Look: feminin zur seidigen Schluppenbluse und Bootie mit Blockabsatz. Oder urban, Richtung Normcore, mit oversized Pulli und Loafer. Und: Junge Leute könnten Gefallen daran finden – kennen sie das Material doch kaum. Deshalb: Je jünger eine Kollektion, desto mehr Cord wird darin zu sehen sein.

Riesenschal. Der Schal macht sich in der Menswear breit. Softes Tuch und dicke Decke rücken an die Stelle dünner Disco-Schals. Verstärkter Wareneinsatz ist das Hauptmerkmal der neuen Warmhalter. Eine Entwicklung, die gerade generell zutreffend ist für die Spitze der Menswear. Galt zuletzt das Credo des Schlanker, Kürzer, Weniger, werden jetzt wieder mehr Meter gemacht. Big Coats, Bundfaltenhosen und Longshirts sind die It-Pieces der modischen Trendsetter. Progressivität durch Plus Size. Nur logisch, dass die Menswear-Macher jetzt auch die Accessoires kräftig wachsen lassen.

Anzug. Von der Pflicht zur Kür. Von der Büro-Ecke zum Fashion-Olymp. Vom Abseits ins Hip-Highlight. Der Hosenanzug zeichnet sich in der Spitze wieder als It-Piece ab. Unabdingbare Merkmale: immer eher maskulin, weite Hose, Sakko leicht oversized, am besten zweireihig. So könnte der Anzug wieder zum echten Fashion-Statement werden.

Samt. Im Zuge des 70s-Revivals nimmt Samt wieder Fahrt auf. Vor allem bei den Frauen. Vorausgesetzt, er wird modern umgesetzt. Als weite Palazzohose oder Culotte mit Bundfalten genauso wie als Hosenanzug mit tiefem Revers, als Kimono oder Tunika.

Stiefelette. Männer wagen wieder Absatz, aber anders. Der Schuhstar der 70er Jahre inszeniert sich neu. Sowohl über düstere, coole Stylings als auch über maskuline Veloursleder-Varianten. Und die Stiefelette von heute kann noch mehr. Da wären die Elemente und Einflüsse des Cowboy-Boots, von denen sie mächtig profitiert. Mit Nieten im Leder und Schnallen am Schaft. Veloursleder-Modelle mit dezenten Vintage-Effekten stehen für die derbe und kernige Variante der spitzen Schuhe.
Wichtig bei allen Facetten ist, die Ähnlichkeit mit altbekannten Dauersellern wie Chelsea Boots zu vermeiden.