Es herrschen tropische Verhältnisse. Nein, gemeint ist leider nicht das aktuelle Klima. Vielmehr geht es um die Hosensortimente in der DOB. Dschungel-Prints und Hawaii-Muster haben momentan ihre "Blütezeit". Und dabei darf es ruhig laut werden. Denn es sind nicht etwa kleine, verwaschene Millefleurs, die bei der Kundin gefragt sind. „Es sind die richtig großen Blumen, die laufen“, heißt es etwa bei Jacobi in Köln oder auch bei CB Mode in Lübeck. Zum Beispiel von Mac, Zerres, Toni und Angels. Im gehobenen Segment werden Drykorn, Boss Orange und Cambio genannt, die die bestverkäuflichen Druckthemen anbieten.

Dabei sind es ganz unterschiedliche, große plakative florale Drucke, die über die Ladentheke gehen. „Wir haben beispielsweise einen Druck mit Vögeln und Schmetterlingen von Brax hervorragend verkauft“, sagt Nicola Pleye-Fricke von Leffers in Leer. „Auch ein Allover-Blumen-Print von Mac mit Orchideen und Lilien war super.“ Immer blumig und frisch. „Jetzt, wo es wärmer wird, werden auch die Kundinnen experimentierfreudiger“, heißt es bei Papenbreer in Erfurt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Druck-Hose aus Denim oder Flachgewebe ist. „Hauptsache schmal“, lautet das Credo. Vor allem die verkürzte, bedruckte Skinny wird von der Kundin gut angenommen. Ob ein lieblicher Rosendruck in Flieder, ein platzierter Bordüren-Druck mit Blumenranken oder ein verfremdeter Dschungel-Print mit Palmen - die Farbe des Fonds scheint eine große Rolle zu spielen, ob der Druck bei der Kundin ankommt oder nicht. Der Druck an sich kann zwar farbenfroh daherkommen, allerdings muss der Untergrund neutral gehalten sein. „Ein Blumendruck funkioniert auf einem schwarzen, weißen oder ecru-farbenen Grund am besten“, ist aus dem Handel zu hören. „Es muss immer eine Farbeinheit sein“, heißt es bei einem Einzelhändler in Husum. „Zum Beispiel ein Druck mit kräftigen Aquatönen auf weißem Fond.“ Neben all' den kräftigen Tönen werden bei den Blumenmustern aber auch pastellige Drucke gut verkauft. „Es muss allerdings immer neu aussehen“, sagen die Händler. „Etwa, wenn ein Blumenmuster mit einem Animal-Print gemixt wird.“

Sämtliche Krawattenmuster und Minimal-Dessins gelten hingegen als schwierig im Abverkauf. „Da setzen wir auch zum Herbst nicht drauf“, sagt Nicola Pleye-Fricke. Die Händler sind sich einig, dass zum Herbst eine allgemeine Farb- und Druckberuhigung einkehren wird. Viele haben Muster erst gar nicht eingekauft. Gefragt sind uninahe Themen wie Jacquards. Als neue Farbimpulse werden rauchige Pastelle oder tiefe Ochsenbluttöne genannt. Allenfalls Schwarz-Weiß-Muster halten die Händler für vielversprechend. „Da findet die Kundin dann auch was für obendrauf“, heißt es bei Leffers in Leer.