Es hat den Imagewandel geschafft. Das weiße Hemd, der Klassiker. Es hat ein wenig gedauert, und es brauchte einige Modestrecken in angesagten Magazinen, die richtigen Bloggerinnen, Stylistinnen und Moderedakteurinnen, die sich mit blütenweißer Bluse ablichten ließen. Und den richtigen Kombi-Partner: Destroyed-Denim. Jetzt klappt es mit der Anerkennung in den Fashion-Kreisen. Der Impuls kommt von ganz oben, den internationalen Designer-Schauen, und er belebt das gesamte Segment. Seit Wochen gehört die Bluse zu den Topsellern in progressiven Sortimenten. Das stahlt bis in die Mitte des Marktes. Jetzt arbeiten die Anbieter an zugkräftigen Modellen für kommende Saison. Die Bluse soll zum Blazer-Ersatz werden. Mit mehr Stand, neuen Silhouetten und subtiler Dekoration. Darauf setzen Kreative zum Sommer 2014:



Dorothee Schumacher, Schumacher: „Die Bluse zeigt sich als Key-Piece. Aus Tunika mit Hose oder Rock entsteht der neue Anzug. Neue Impulse setzen Einflüsse aus der Sportswear. Boxy Shapes, Bonding als wichtiges Element in der Verarbeitung und Neopren-Details. Die T-Blouse ist unser absoluter Liebling. Daneben die getailorte Tunika für einen perfekten dressy Look. Das White Shirt ist ein Evergreen und damit nicht wegzudenken aus jeder Kollektion.“



Livia Ximénez-Carrillo, Mongrels in Common: „Die Bluse gehört für uns definitiv zu den modischen Aufsteigern 2012/2013. Der Stil ist in den letzten Saisons lässiger und auch maskuliner geworden. Frauen möchten sich heute freier bewegen können und stark und selbstbewusst aussehen. Die Bluse gehört, genau wie der Hosenanzug, in den Kleiderschrank. Der aktuelle Stil wird momentan stark von der klassischen Herrenmode und Uniform-Mode beeinflusst und weiterentwickelt. Blusen bekommen einen modischen Touch durch All-Over Muster und besondere Stoffe, Stickereien und Prints. Stickereien, Spitze und Seide sind momentan besonders gefragt. Unserer Meinung nach, wird die Bluse noch klassischer und eine weiße Baumwoll-Popeline Bluse oversized wie tailliert sind ein absolutes Must-have für die nächsten Saisons. Die Bluse wird außerdem entspannter und verliert langsam wieder den zugeknöpften Look - wird also auch gerne mal ohne Kragen getragen. Da gerade enge Jeans im Trend liegen, ist eine lange Bluse darüber definitiv von Vorteil für viele Frauen."



Oliver Lühr, Achtland (re. im Bild): „Neue Impulse kommen durch die Materialien. Wir arbeiten mit einem feinen Baumwoll-Piqué, wie er ursprünglich für viktorianische Herrenhemden verwendet wurde. Dieser traditionell eher maskuline Stoff in Verbindung mit einer femininen Schnittführung ergibt eine interessante Spannung. Für Frühling/Sommer 2014 experimentieren wir mit einem transparenten Baumwollstoff, der ein ganz ungewöhnliches Volumen hat und nach einer fast vergessenen Webtechnik hergestellt wird. Die Grundformen unserer Blusen sind meist von klassischen Herrenhemden inspiriert. Asiatische Inspirationen fließen über Stickereien mit ein und spiegeln sich durch eine gewisse Designdisziplin wider. Klare, grafische Linienführungen mit dem Mut zur Reduktion. Oft muss man etwas wegnehmen, um einen klareren Effekt zu erzielen. Die Zeit der Rüschen und Schößchen ist abgelaufen."



Bülent Öcal, Larens Zurich: „Die Bluse wird immer wichtiger. Wir bieten zum einen feminine, cleane Schnittführungen, zum anderen aber auch sportive lange Hemden. Volumen spielt eine große Rolle, zum Beispiel am Ärmel umgesetzt. Auch oversized Longblusen mit plissiertem Rückenteil sind ein Thema. Leichte Kimonoformen führen wir zum nächsten Sommer weiter. Bei den Materialien geht es um das Spiel von Transparenz und Blickdichte. Seide und Organza erzielen dabei tolle Effekte. Zur neuen Saison wird neben einer Weiß-Story Navy sehr stark."



Sabine Gripp, Agentur Schuhmacher & Kubanek, für Robert Friedman: „Einer der wichtigsten Impulse für Frühjahr/Sommer 2014 ist der Kimono-Trend. Die Schulter rutscht nach unten, starke Akzente kommen durch breite Blenden, dadurch enstehen endlich wieder coole V-Ausschnitte. Die seit vielen Saisons erfolgreiche Tunika wird abgelöst durch innovative große Hemden, Tops mit neuen Raffungen und Diagonalverschlüssen. Außerdem sehen wir sehr kurze, kastige oder schmale Formen, die bereits jetzt von jungen Trendsettern und Bloggern zu taillenbetonten Hosen und Röcken getragen werden. Wichtig ist auch das Spiel mit Transparenz bei zarten Seidenblusen in Crepe-de-Chine und wieder mehr leichten Baumwoll- und Cotton/Silk-Voiles. Alle Trends tauchen komplett auch in den verlängerten und verschiedensten Formen als Blusenkleider auf."