Emilio Pucci galt lange Zeit als Erfinder der Caprihose. Dabei war es wahrscheinlich Modedesignerin Sonja de Lennart, die 1945 eine Kollektion namens Capri, bestehend aus Rock, Bluse, Gürtel, Hut und die mittlerweile legendäre eng anliegende, dreiviertellange Hose mit einem kurzen seitlichen Schlitz – die Caprihose – entwarf. Für den Namen Capri entschied sich de Lennart, weil die italienische Felseninsel ihr Lieblingsferienort war. Prominente Trägerinnen wie Audrey Hepburn, Brigitte Bardot, Marilyn Monroe, Doris Day und Sophia Loren verhalfen der Caprihose zur Popularität.

Und auch hierzulande erfreut sich die artverwandte Capri-Leggings gerade großer Beliebtheit. Die Händler sind höchst zufrieden mit dem Produkt. „Eine ganze Menge davon verkauft“ hat zum Beispiel L+T in Osnabrück. Capri-Leggings von Falke, Esprit und S.Oliver seien hier am beliebtesten, für rund 14 Euro. Zur Zeit gehen am besten neutrale Farben wie Schwarz. „Wir warten noch auf den Hitzeausbruch, damit auch Farben wie Rot und Smaragdt gut laufen“, sagt eine Verkäuferin von L+T. Gerade zum Kleid kombinieren viele Frauen Capri-Leggings, egal ob jung oder alt. Ein großes Plus der kurzen Leggings sei, dass sie Krampfadern und Knie bei älteren Frauen verdecken würde.

Auch die Anbieter legen den Fokus klar auf Capri-Leggings. Michaela Mad, Produktmanagerin von Ergora in Oberlungwitz: „Wir haben sie sehr gut abverkauft. Die Capri wird bei uns immer stärker.“ Designerin Ulrike Hahn von Kunert: „Capri mit Filetmusterungen in Pastelltönen gehen gut. Das liegt auch sicher mit den Sorbet-Tönen in der Mode zusammen, die Zara zurzeit anbietet. Nach der Übersättigung der Leggins in den letzten Saisons ist die Capri ein starker Ersatz, sowohl im Basic- als auch im Modebereich." So sieht das auch Michaela Mad von Ergora: „Die blickdichten und auch transparenten Capri-Leggings werden immer stärker. Die haben wir gut abverkauft." Susanne Mühlbauer, Produktmanagerin bei Hudson: „Im Sommer sind Strümpfe schwierig. Aber Capri-Leggings, die kurz unterm Knie oder bei der Mitte der Wade enden, gehen gut."