Das erste Halbjahr ist rum. Zeit für eine Zwischenbilanz. Zeit, Topseller-Listen auszuwerten. Woche für Woche. Renner. Penner. Welche Produkte haben Kunden in die Läden gelockt? Welche waren die großen Umsatzbringer? Wo steckt weiteres Potenzial? Die Top drei: Coloured-Denim, besondere Blusen und Print-Shirts zählen im DOB-Segment zu den am best verkauftesten Teilen.

„Röhren von Cimarron verkaufen wir sehr gut", sagt Sinje Weisner, Classico, Hamburg. „Nach wie vor laufen Skinnys von J Brands und Current Elliott in Lila, Neongelb und Apricot. Wenn die Hose die richtige Farbhöhe der Kundin trifft, dann wird sie gekauft", sagt Frauke Ortner, 1864 Ortner, Dortmund. Carolin Gut, Postsattler, Albstadt: „Bei den Hosen läuft die schmale Coloured-Denim von G-Star in Farbe. Die sitzt wirklich knalleng, aber das Material ist aus einem sehr angenehmen Stretch."

Genauso großer Beliebtheit erfreut sich die Bluse: „Auf das gesamte Halbjahr gesehen, waren die Blusen ganz weit vorn. Ob von Aglini oder die Seidenblusen von Schumacher. Besonders die mit kleinen Details wie goldenen Ellenbogenpatches", so Beate Küchenthal von Holiday in Braunschweig. Coole Blusen in leuchtenden Tönen bis hin zu Neonfarben avancierten auch bei Tuxedo in Düsseldorf in den vergangenen Monaten zu absoluten Topsellern.

Für den jungen Markt hat sich für das erste Halbjahr das Print-Shirt sowohl bei Mädels als auch bei Jungs als Lieblings-Artikel herauskristallisiert. Horst Bickert, Indigo, Großostheim: „Print-Shirts mit Fotoprints und Aquarelldrucken von Maison Scotch und Only. Für Mädels geht das auch weiter, nächste Saison etwas romantischer." Lena Terlutter, Boutique Belgique in Köln: „My T Shirt läuft super. Alle Prints sind sehr schrill, teilweise in Neon-Schrift. Kombiniert wird das ganze mit Denim."

Bei den Männern setzt sich die Top drei aus Chino, neuem Freizeit-Hemd und leichtem Sakko zusammen. Dass sich die Chino auf dem ersten Platz der Top drei wiederfindet, überrascht nicht. Die leichte Baumwollhose ist und bleibt bei den Männern ein beliebter Hosentyp. „Ich bin überzeugt, dass die Chino im Winter auch noch läuft. Die Farben werden dann auch bei den Jeans zu finden sein. Aktuell gehen Chinos in Stahlblau, Apfelgrün und Knallrot, der Schnitt ist relativ gerade und leicht baggy“, so Lars Bernd von Wormland in Hannover. Tim Stenger, Modehaus Stenger, Bad Kreuznach: „Ich denke, dass sich der Trend auch im kommenden Sommer fortsetzen wird, vor allem im mittelmodischen Bereich.“

Das Hemd, ob schlicht oder gemustert bis hin zu stark geschmückt, Stichwort Camp David, hat in den vergangenen Monaten nicht nur von den vielen Anlässen wie Konfirmation, Kommunion, Hochzeit und Abiball profitiert, sondern auch, weil es sich als ideale Kombipartner zu Chino, Jeans und Sakko entpuppt hat. „Wer es schafft, Hemden jung zu interpretieren, clean, körperbetont, der steht bei jungen Männern hoch im Kurs“, sagt Madelaine Rollenberg von Behrens & Haltermann in Itzehoe. Schon jetzt würden die Kunden bei den Hemden zu intensiven Farben wie Rot, Blau und Lila greifen. Bei Buch & Falke in Bielefeld zum Beispiel: „Ausgefallene Hemden von Artigiano, DU4 und R2, die nicht vorgewaschen sind, aber schon stark Farbe propagieren, verkaufen wir sehr gut“, sagt Jörg Buchholz. „Unsere Kunden suchen nach allem, was schmal geschnitten ist und Hemden von Aglini und Mauro Grifoni stehen da ganz oben auf der Liste. Ob gepatcht, mit Details an Knopfleiste, Kragen, Manschette in Farbe oder schlicht. Das Hemd verkauft sich", so Marcus Paulus von Bob Men.

Im leichten Sakko scheinen die Männer genau die richtige Kombination aus lässig-bequemen und angezogenen Look gefunden zu haben. „Sportliche Jersey-Sakkos sind bei uns sehr gut angekommen. Zum beigefarbenen Jersey-Sakko kombinieren unsere Kunden dann gekrempelte, blaue Chinos oder Used-Jeans“, heißt es beim Modehaus Mensing in Kleve. „Leichte Sakkos aus Jersey oder gewaschener Baumwolle von Tagliatore oder Etro laufen gut“, sagt Patrick Görres von Lui’s in Karlsruhe. „Gekörnte Schurwolle gibt eine neue Optik. Halb gefüttert, ohne Schulterpolster und eher unkonstruiert“, so ist das Sakko komfortabel und danach sucht der Kunde, sagt Christian Flach von Römer in Darmstadt.