Die Basballkappe ein alter Hut? Das College-Blouson nicht mehr erste Liga? Damit kann man zumindest modisch progressive Einkäufer nicht mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Außer, ja außer, die Key-Pieces aus der Urbanwear sind Bausteine für einen spannenden Look in der DOB. Nummern-Shirt, Schirmmütze, Trikot, Trackpants, Baseballjacke – Was bereits seit einigen Saisons im jungen Markt zum Trend-Outfit gehört, beeinflusst die erwachsenere Mode zum Herbst 2013/14. Das hat die am Freitag zu Ende gegangene Fashion Week in Kopenhagen gezeigt.

Drei Messen, über 40 Schauen, und das Thema College-Chic taucht in irgendeiner Facette immer wieder auf. Ob Strickbündchen, Badges, Kontrastfutter, Sweats, Fallschirmseide oder Mesh. Bei Second Female als elegantes Schwarz/Weiß-Thema mit Logoshirts und gesteppten Bomber-Jacken. Bei Designers Remix mit bedrucktem Käppi und coolem Graphics-Strick. Bei Gestuz als Inspiration für gepatchte Jacken und Mäntel. Bei Wood Wood gibt es beflockte College-Blousons. Die Vielfalt der Ideen zeigt, welche Bedeutung dem Thema für kommende Saison eingeräumt wird.

Entscheidend ist das Styling. Die Mädels auf der Straße machen es vor: Knallenger Schlauchrock (so eng, dass nur Tippelschritte möglich sind), spitze Pumps, blütenweiße Hemdbluse. Dazu eine locker sitzende Baseball-Cap und ein protziges College-Blouson, das lässig um die Schulter gelegt wird. Die profane Jacke wirkt wie ein Cape und damit gleich viel eleganter. Der Rücken wird automatisch gerade, die Schultern rücken nach hinten, das gute Teil soll ja nicht runterrutschen. Mehr Haltung, ein netter Nebeneffekt. So wird sogar der krawallige Blouson zum edlen Begleiter.

Unabdingbar: Stepp. Wattierungen wabern schon seit Saisons wieder luftig durch die junge Modewelt. Als leichte, aber voluminöse Pullis und Sweater mit großflächigen Stepp-Partien. Nun verdichten sich die Nähte – genauso wie die Zeichen für ein ernstzunehmendes Comeback. Feiner Rautenstepp auf glänzenden Bleistiftröcken, geräumigen Westen, pludrigen 7/8-Hosen und bedruckten Overalls als Basis des Outfits und als neues Element im Spiel mit Brüchen. Dazu passen Seidenblusen, bedruckte Pyjama-Pants, sexy Leder-Leggings oder Röhren in Techno-Qualitäten.

Für Fortgeschrittene: Neopren. Crew Necks und Sweats. Jacken und Westen. Shorts und Smoking-Hosen. Teile mit richtig Stand. Dazu immer der bewegliche Gegenpol: Das flatterige Trikot unter der starren Weste. Das labbrige Logo-Shirt zum festen Tellerrock. Jedes Teil steht im Wettbewerb mit dem anderen. So wie es sich für richtige Sportskanonen gehört.

Eine ausführliche Analyse der Trends aus Kopenhagen lesen Sie in der TW 6 vom 7. Februar 2013. Die digitale Ausgabe steht bereits am 6. Januar 2013 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.