Das Abi ist geschrieben, die Hochzeits- und Konfirmationstermine stehen. Jetzt fehlt nur noch das passende Outfit zum Anlass. Und dafür nehmen Kundinnen viel Geld und Zeit in die Hand. „Manche Damen fahren teilweise bis zu 200 Kilometer, um ein passendes Kleid zu finden“, sagt Gerlinde Simon, Bereichsleiterin DOB bei Garhammer in Waldkirchen. Doch nicht jede Kundin nimmt für dieses Outfit einen so weiten Weg auf sich. Denn neben den klassischen Anlassabteilungen in den Multilabelhäusern, haben auch die Vertikalen ihr Angebot an Anlassmode ausgebaut.

Zara, Mango, H&M – vor allem für junge Kundinnen sind sie oft zur ersten Anlaufstelle in Sachen Anlassmode geworden. Seit einigen Wochen sieht man sie bereits in der Stadt, die Plakate und City Lights mit langen Kleidern und passenden Accessoires. „Die Abverkäufe mit Anlassmode sind bei uns in diesem Jahr super angelaufen“, berichtet Lars Bölke von C&A. „Durch das milde Wetter ging es mit der Anlassmode sogar etwas früher los.“ Das Thema Anlass ist auf den Flächen allgegenwärtig. Aber auch in Newslettern, wie bei Baltz, Bochum, die zum Ab(i)-Feiern mit Stil auffordern, oder über eigens für diese Zeit eingerichtete Themenseiten wie beim Onlineshop von S. Oliver oder Galeria Kaufhof werden die Kundinnen auf Anlassmode eingestimmt.

Für den Abiball darf es ruhig etwas schicker sein. „Anders als in den vergangenen Saisons werden wieder mehr lange Kleider gekauft“, sagt Maria Melitta Büchner-Schöpf vom Modehaus Schöpf in Karlsruhe. „Es darf geschmückt sein mit Steinen und Perlen. Spitze ist auch ein großes Thema.“ Das bestätigt auch eine Kundenumfrage, die die TW aktuell unter Abiturientinnen durchgeführt hat: „Mein Abiball-Kleid muss auf jeden Fall bodenlang sein“, so Abiturientin Annika Mohr. Gefragte Labels seien vor allem Vera Mont, S. Oliver und Esprit, berichtet Erika Hoffmann von Heynmöller in Schwalmstadt. „Auch die Modelle von Luxuar für 179 Euro, die über Germany's Next Topmodel beworben wurden, laufen derzeit rauf und runter.“ Farblich halten sich die Schulabgängerinnen eher an Dezentes. „Ganz vorne dabei die Klassiker Weiß, Creme oder Schwarz. Aber auch Nude und Pastelle wie zartes Mint werden gerne gekauft“, berichtet Gerlinde Simon von Garhammer. Die Preise für die meistverkauften Kleider bewegen sich hier zwischen 139 und 179 Euro.

Konfirmandinnen greifen dagegen lieber zu Cocktailkleidern in schlichteren Formen und gedeckten Tönen wie Schwarz, Dunkelblau und Petrol. Anders als bei Hochzeiten oder dem Abiball werden in jedem Fall die Schultern bedeckt „Hierzu tragen Mädchen Kleider oder Röcke mit Cardigans oder Boleros“, heißt es bei Peek & Cloppenburg Düsseldorf. Bei den Brautmüttern darf es dagegen auch etwas farbiger sein. „Bedruckte Kleider in Knielänge und in kräftigen Farben von Ribkoff zwischen 250 und 400 Euro kaufen die Mütter der Braut besonders gern“, berichtet Erika Hoffmann von Heynmöller.