Vokuhila ist mittlerweile für viele ein Begriff. Auch außerhalb von Friseursalons. Vorne kurz, hinten lang - ein Thema, das vergangenes Jahr noch ein zartes Pflänzchen war, vorsichtig zum Aufsteiger deklariert wurde, hat sich 2013 vollends etabliert. Mehr noch, Vokuhila-Pullover, -Blusen und -Kleider wurden bis hin in die kommerziellsten Kanäle gespült. Mit nachhaltiger Wirkung für Shirts und Sweats: Kaum ein Anbieter, der die asymmetrischen Teile nicht im Sortiment hatte. Ein Glücksfall.

Welches sind die Aufsteiger, die Potenzial haben, 2014 gleichermaßen auf breiter Front gespielt zu werden? Die Teile, die vielleicht jetzt noch ein wenig zu spitz für die modisch durchschnittlichen Kunden erscheinen? Es noch ein wenig Erklärung bedarf – auf der Fläche, in der Werbung?

Gallery: Aufsteiger Long-Weste

Long-Weste. Erkennbar neu – nämlich ärmellos – schwingen sich Trenchcoat, Blazer, Biker- und Jeanssjacken und sogar klassische Mäntel zu richtigen Trendteilen auf. 2013 bereits Must-haves für progressive Sortimente, werden Westen auch kommerziellere Segmente aufmischen. Denn Lagenlook und einzelteiliges Kombinieren fordern immer neue Elemente. Da sind Frauen dankbar für universal einsetzbare Bausteine wie kleine Westen, die sie mal eben so über Kleid, Bluse oder Tunika werfen können.

Gallery: Aufsteiger: Caramato-Sohle

Caramato-Sohlen. Traktorreifen-Relief, Caramato-Design, Stollen-Plateau: Markante Böden sind auf dem Vormarsch. Sie sorgen für Extra-Grip bei sportiven und vor allem auch klassischen Männerschuhen. Und geben Jungs eine doppelte Portion Männlichkeit mit auf den Weg. Allen voran Lanvin, Valentino und Prada haben den Look gezeigt, ebenso Contemporary-Labels mit handwerklichem Anspruch wie Buttero, Grenson und Dondup inszenieren Monk, Derby und Loafer im Caramato-Style. Schnell sikert der Trend in kommerziellere Gefilde: Hersteller aus dem breiten Markt, wie Lloyd und Bugatti, spielen bereits mit Variationen der Caramato-Sohle.

Gallery: Aufsteiger Outdoor-Hemd

Outdoor-Hemd. Gib den Hemden Futter: Shirt-Jackets, Hybride aus Hemd und Jacke, bringen neue Leichtigkeit für die Outerwear. Denim-Jackets mit ultraflachen Pattenttaschen, hauchdünne Steppjacken und Nylon-Styles gelten als Alternativen zu den ewig gleichen Parka-Looks und Daunenjacken-Ensembles. Tailliert und federleicht gefüttert, reizt das Outdoor-Hemd zum Hingucken, Anfassen, Anprobieren. Und das ist es ja letztendlich, wozu man die Männer in der Jacken-Abteilung bringen will.

Gallery: Aufsteiger Plissee



Plissee. Achtung Faltenbildung. Die internationalen Designer haben gezeigt, wie modern Plissee wieder sein kann: Bei Victoria Beckhams Minis, unter deren asymmetrischem Rock eine Handbreit Plissee hervorlugt. Bei Dries van Noten gewohnt lässig in Kombination mit ethnischen Mustern, Goldlamé und opulenten Jaquards. Falten, modern interpretiert für Konfektion, Strick, Blusen, Tops - so gehen Plissees in eine neue Runde. Zara & Co. haben das Thema bereits für diesen Herbst aufgegriffen, zeigen Tops und Blusen mit Plissees im Rückenteil und Metallic-Faltenröcke. Dazu stellen sie derbe Strickpullis, Bikerjacken und Doc Martens-Verschnitte. Oder Neoprenpullis und Boots mit Traktorsohle. Derber, rauer, cooler – so wird die neue Liebe zum Plissee entfacht.

Gallery: Aufsteiger Stick

Stick. Stickereien stehen für Opulenz und Tradition. Aber nicht nur. Im neuen Umfeld und mit unkonventionellen Motiven zeigt sich Stick modern. Und als potenzieller Nachfolger für Pailletten und Steine. Den Startschuss gab wohl Miuccia Prada, die bereits in ihrer Frühjahr/Sommer-Kollektion 2013 mit Asia-Einflüssen spielte und zeitgemäße Stickereien in Kombination mit origamiartig applizierten Blüten zeigte: flach, fast geometrisch, abgeräumt. Dekorativ, aber dezent und cool: Der neue Stick-Trend hat nichts mit den Slogans, Stickereien und Badges gemein, mit denen die Hersteller in der HAKA sportive Lifestyle-Welten entstehen lassen. Schnelle, preiswerte Anbieter werden den Trend aufgreifen, ihn kommerziell anpassen, mitunter als Druck übersetzen.

Gallery: Trikot

Trikots. Das ist eine ganz sichere Nummer. Trikot-inspirierte Tops sind die absoluten Aufsteiger 2013. Das 90er Jahre-Revival hat die Leibchen mit voller Wucht auf das modische Parkett katapultiert. 2014 geht der Typo-Trend weiter, neues Futter für all die Erfolgsthemen rund um Logo- und Statement-Shirts.

Gallery: Aufsteiger Mesh



Mesh. Mesh ist zurück aus den modischen Untiefen der 80er. Sportive Netzstoffe und perforierte Styles waren 2013 ein großes Thema in der modischen Spitze der Menswear. Der Active-Kick kommt auch in kommerzielleren Sortimenten an. Und das nicht nur in der Activewear, wo luftdurchlässige und perforierte Funktionsstoffe seit jeher vertreten sind. Die Mesh-Styles erobern auch die Casual- und Formalwear: ob als dezentes Mikrogitter, dekoratives Element oder als Blickfang, großmaschig und ausdruckstark im Colourblocking. Auch als Patches werden sie oft eingesetzt. Hightech-Attitüden sind gefragter denn je.

Gallery: Lockstoff Lack

Lack. Der neue Lockstoff. Die logische Fortführung der omnipräsenten Begeisterung für den mittlerweile vertrauten Glanz, den Pailletten und Beschichtungen, Metallics und Metallisés mit sich bringen. Sie haben Lack den Weg geebnet. Und so sieht man ausgestellte Lack-Röcke und kastige Lack-Tops, poliert und tiefschwarz, in den Kollektionen der internationalen Designern und modisch progressiven Anbietern. Ein anspruchsvoller Aufsteiger, den Lack darf nichts mit dem Knautschlack von früher gemein haben. Und so wird es wohl eher ein Thema, das Contemporary-Kollektionen vorenthalten bleibt.