Es ist eine Frage der Beweglichkeit. Davon hängt es ab, ob modische Schlupfformen für ein Sortiment interessant sind oder vollkommen irrelevant. Denn irgendwann im Leben fast jeder Frau kommt der Tag, ab dem es ihr schwerfällt, sich ein Teil von oben hinten über Kopf und Schultern zu ziehen. Das spricht dann logischerweise für ordentlich durchgeknöpfte Hemdblusen. Und für die so angenehm dehnbaren T-Shirts. Doch Hemdblusen? „Die haben wir immer. Die sind den Frauen momentan zu normal“, beobachtet nicht nur Ina-Maria Eusterhus vom gleichnamigen Modehaus in Gütersloh. Modisch richtet sich der Blick eindeutig auf seidenglatte, abgeräumte Fronten. Auf fließende Stoffe, lockere Formen ohne Kragen und möglichst ohne Knöpfe. Dieser neue Blusentyp hat sich in trendigen Sortimenten schon sehr gut verkauft. Und über zwei Drittel der Einkäufer halten solche Shirtblusen zum nächsten Frühjahr für äußerst vielversprechend. Das sind die Blusen-Trends für Frühjahr 2013:

FREIRAUM
. Schlichte, geradlinige Formen. Kein Schnickschnack drauf und dran. Oft ohne Kragen. Häufig ohne Knöpfe. Manchmal mit kurzem Stehbund. Meistens in seidigen Qualitäten: So fällt die neue Weite locker und charmant in sich zusammen. Die schlichteste, zugleich zarteste Version der Bluse momentan.

ANDRUCK.
Wie mit einem Stempelkissen oder mit einer Kartoffel gedruckt: Neue Minimals und Krawattenmuster zitieren den Charme klassischer Tapisserie oder alter Tapeten. Zweifarbig, geometrisch und relativ ruhig sind sie eine mderne Alternative zum üppigen, farbigen Blütenmeer.

TÜCHERDRUCK.
Sie sind das ganz große Thema der Saison: Foulard-Prints. Schlichte Seidentops werden dank der grafischen Viereck-Bordüren zu echten Sortiments-Highlights. Pastellige Nuancen wirken besonders edel. Es geht aber auch richtig bunt zur Sache. Viele Hersteller haben in edle Grundqualitäten investiert, so dass die Blusen und Tops betont hochwertig daher kommen. Seide steht dabei sehr hoch im Kurs. Die günstigeren Varianten in Polyester bilden den preislichen Unterbau.

EXOTIK.
Für den Hochsommer werden mal wieder gebrannte Naturtöne gut beurteilt. Von warmem Orange bis zu über erdigen Brauntönen. Afrika setzt den Rahmen, in dem sich Zebra, Leopard, Tiger, allerlei Reptilien und Unterwasser-Tiere bewegen. Sie erhalten eine Frischzellenkur durch Neon-Aspekte oder folkloristische Dekoration mit Pailletten und Natursteinen. In den duftigen Stoffen können die Modelle ruhig mal groß geschnitten sein: Sie tragen trotzdem nicht auf. Neben Tunika-Formen sorgen kastige Foulard-Tops im Stil der Seventies für Grandezza.

Einen ausführlichenMarktbericht, die Themen und Trends zum Frühjahr 2013 im Blusen-Bereich, Interviews mit Kreativen und Einzelhändlern sowie Kollektionsnachrichten finden Sie in der TW 30 vom 26. Juli 2012.