Er ist nicht Elvis Presley. Er ist aber auf dem besten Weg, es dem King gleichzutun: Michael Pitt ist bereits ein gefeierter Schauspieler, dank seines Schmollmundes ein richtiger Herzensbrecher und könnte jetzt zu einer richtigen Stil-Ikone avancieren. Prada hat Pitt zum Star der neuen Kampagne für Sommer 2012 gemacht und zeigt den 30-Jährigen im Stil von Hollywood-Ikonen der 50er Jahre.

Nach Saisons von Kampagnen im Metrosexual-Look waren zuletzt viele Werbeanzeigen mit betont maskulinen, harten, bärtigen Typen zu sehen. Prada gibt mal wieder einen neuen Ton an und setzt auf maskuline, aber introvertierte, verletzlich wirkende Männer. Vorbild: James Dean. Maskulin, aber lässig, Schmollmund, melancholischer Blick, jugendlicher Charme. Diese Stimmung dürfte auch für die Mode interessant werden. Lässig, unkompliziert, am besten Blue Jeans und weißes T-Shirt. Jeanshemd, coole, braune Lederjacke. Beides wird nur unten geschlossen getragen, dafür wird aber der Kragen hochgestellt. Oder V-Pulli, kurzer Caban. Eben all das, was James Dean damals trug. Er wußte ganz genau, was er tat.

Es liegt was in der Luft. Wie vor einiger Zeit, als die erste Folge von Mad Men über den Bildschirm flimmerte. Der Look der 50er und frühen 60er Jahre ist bereits bis hin in die kommerziellen Kanäle gespielt worden. Tupfenkleider bei Asos, Bleistifthosen bei Topshop, schwingende Röcke bei Zara. Allerdings hat der Mad Men-Look vorrangig Frauen angesprochen. An den meisten Männern ist das ganze Thema im Zweifel komplett vorrübergangen. Sie wurden ohnehin in der Serie mit smarten Anzügen abgespeist. Zu wenig. Jetzt bekommt das Thema durch die Prada-Kampagne neues Feuer. Zusammen mit der zunehmenden Präsenz von Musik-Bands wie Kitty, Daisy & Lewis und Mona, die den Look der 50er Jahre ins Heute übersetzen, dürfte das jetzt auch die Männer kitzeln.