Es ist wie ein Mittagsmenü. Oder die Tagesempfehlung im Restaurant. Der Hauswein. Eine Vorauswahl, die dem Gast die Qual der Wahl abnehmen soll. Zeit sparen. So, dass er mehr davon hat für andere Dinge. Ein nettes Tischgespräch zum Beispiel. In jedem Fall wird er dafür dankbar sein. „Die richtige Vorauswahl für seine Kunden zu treffen, wird zum entscheidenden Zusatznutzen“, heißt es in der aktuellen Studie „Mikrotrends“ des Zukunftsinstitutes aus Kelkheim.

Things organized neatly
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Das Unternehmen beschreibt insgesamt 52 Trends, welche in Zukunft relevant für die Marktentwicklung werden könnten. Sie basieren auf den Parametern einer immer stärker vernetzten Gesellschaft. Einer davon: Curated Shopping. Gut, ganz neu ist das Thema nicht. Personal Shopping ist älter als das Internet. Aber das Internet hat Personal Shopping demokratisiert. Eine Fülle an neuen Online-Plattformen spielen mittlerweile das Thema. Und es werden immer mehr.

ChicChickClub schickt nach Anmeldung jeden Monat auf den Nutzer zugeschnittene Schuh-Shopping-Empfehlungen. Modemeister kuratiert für Männer. Monoqi im Bereich Designmöbel. Besonders beliebt ist das Portal MyStylist aus dem Hause 7trends. Nach einem Style-Check (anhand von Promi-Looks nähert man sich dem favorisiertem Look der Userin an) erhält man wöchentlich per Email zwei bis vier Komplett-Looks vorgeschlagen, die man gleich im Online-Shop bestellen kann. Dann wird das Kuratieren zum Geschäft.

Emmas Enkel
Emmas Enkel


Auch offline ist Curated Shopping ein wichtiger Begriff. Das Kochhaus in Berlin ist ein begehbares Rezeptbuch. Hier kauft man in Paketen ein. Man wählt das Rezept und erhält einen Korb mit allen Zutaten. Zeit gespart. Danke. Ähnlich arbeitet Emmas Enkel aus Düsseldorf, ein Lebensmittelgeschäft, das Pakete für den Mädelsabend oder die Brotzeit schnürt. Und sogar liefert. Der Bestseller: Das Set „Hilfe, Spontanbesuch kommt“ mit Wasser, Wein, Pasta, Iglo Schlemmerfisch zum Auftauen, Raumspray und Toilettenpapier. Es wird eben an alles gedacht. Kein Stress. Danke.

In Zukunft werden immer mehr Kunden auch im Mode-Einzelhandel nach solchen Angeboten suchen. Sie sind überfordert ob der Wahlmöglichkeiten. Nicht selten sehen sie sich 20 verschiedenen Paar Jeans gegenübergestellt. Warum nicht mal ein Outfit zusammenstellen für das erste Date. Sexy Röhre. High-Heels. Lässiger Blazer. Dazu Accessoires. Oder ein passender Look für das Bewerbungsgespräch. Hugo Boss lanciert eine "Mein erster Anzug"-Kampagne. Das trifft es genau. Dann gibt es noch das perfekte Reise-Outfit. Den Sandkasten-Style. Urlaub auf Sylt. Für den Punk in dir. Ich will Ballkönigin werden ... Zwei, drei Outfits reichen ja schon. Denn die Kunst des Kuratierens ist das reduzieren, konzentrieren. Die Qual der Auswahl.