Dass Bedrucktes im Trend liegt, ist kein Geheimnis. Man braucht nur einen kurzen Blick in die Sortimente zu werfen. In der DOB gibt es zurzeit kaum ein Modethema, das prägnanter ist. Ob Bluse oder Hose, Schal oder Blazer, alles kommt mit buntem Dessin. Mal mit Paisley, mal Leo, mal Blume. Am besten alles im Muster-Mix. Doch bisher haben die Design-Teams vor allem für Frauen in den Print-Archiven gekramt.

Jetzt schwappt die Druck-Welle hierzulande langsam aber sicher auch auf die Männermode über. Quasi der Druckausgleich. In großen Metropolen ist dies schon geschehen: So trugen die Jungs in London bereits vergangenen Winter Hemden mit Paisley-Muster – am liebsten Vintage. Doch das Thema ist nicht nur etwas für die modische Spitze, sondern hat Potenzial, auch kommerziell für gute Umsätze zu sorgen.

Das gilt auch für die Produktgruppe T-Shirt: Mit Mustern bekommt der Klassiker einen neuen Anstrich. Vor allem Indio-Muster sind dabei auf dem Vormarsch. Die hat man in diesem Sommer schon hier und da auf der Straße gesehen – als klassisches T mit flächendeckendem Dessin oder auch ohne Ärmel in Form von Tanktops. Den jungen Männern scheint es zu gefallen: Firmen, die die neuen T-Shirts in diesem Sommer angetestet haben, haben das Angebot zum Herbst ausgebaut. Ob Urban Outfitters, Topman oder eines der zahlreichen kleinen Streetwear-Labels. Aus der Streetwear kommt denn auch der Trend: Kommerzielle Rapper wie Cro haben die Teile in Videos einem Millionenpublikum vorgeführt – zusammen mit Baseballcap, Chino und natürlich Sneakern. Auf Festivals waren sie immer wieder zu entdecken. Dabei sind die Farben eher Ton-in-Ton gehalten – damit es nicht allzu wild wird.

Sicher ist: In den Teilen steckt noch viel Potenzial. Auf den Messen diesen Sommer haben die Anbieter Muster wie Camouflage oder Blumendrucke im Hawaii-Hemden-Stil gezeigt. Ganz neu – und ziemlich oft vertreten – waren daneben Leo-Prints, die jetzt auch für Jungs salonfähig werden sollen. Drucke sind nicht nur etwas für Frauen, das haben die neuen Kollektionen deutlich gezeigt. Sorge, dass das Thema die Kunden überfordert, hat in den Design-Teams kaum einer. Denn Sommerschal, Fliege und Hosenträger haben bewiesen, dass die Jungs offen sind für Modethemen.

Aber auch für weniger Mutige ist gesorgt, für die gibt es die abgeschwächte Variante: das Uni-Shirt mit einer bedruckten Brusttasche. Oder: Muster gepaart mit Streifen. Den Arm muss man sich übrigens nicht auch mit Mustern voll tätowieren. Gemusterter Stoff reicht – auch wenn bemalte Haut aktuell nicht weniger angesagt ist.