Ein bisschen Abstand tut gut. Dumbo hat ihn. Der East River sorgt für die nötige Distanz. Und das ist nur einer der Gründe, warum der kleine Teil New Yorks zu den aufstrebenden Hotspots der Stadt gezählt wird. Es ist die Mischung aus Großstadt und Lebensqualität, den viele suchen und hier finden. Die Gegensätze sind spannend. Direkt gegenüber liegt Manhattan. Die ewige Rennerei, die Sorgenfalten gestresster Banker, die launigen Modepüppchen auf der Fifth Avenue sind so nah und doch so weit. Das alles macht ihn aus, den Charme von Dumbo, dessen Name eine Abkürzung ist von Down Under the Manhattan Bridge Overpass.

Hierher sind viele der Kreativen gezogen, die sich die teuren Mieten gegenüber nicht mehr leisten konnten. Das Zentrum bildet die Front Street. Sie und viele Seitenstraßen werden gewienert, dass die Kopfsteinpflaster glänzen. Überall stehen Gerüste. Fassaden werden frisch gestrichen. Dumbo putzt sich heraus. Nicht nur für das große Arts Festival Ende September, sondern auch für eine Zukunft mit mehr Geschäften, mehr Touristen, mehr Hotels.

Noch sind es nur wenige, teils skurrile Läden, die das Straßenbild prägen. Kultige Retro-Friseure wie Barber on Pearl-Street und kleine Candy-Shops wie Dewey's Candy-Store an der Front Street können hier rentabel arbeiten. Vintage-Möbel-Händler wie Baxter & Liebchen finden in Dumbo genügend Fläche, um spannende Konzepte ganz in der Nähe Manhattans in die Tat umzusetzen. Es ist die Mischung aus Bio-Läden, Modegeschäften, Ateliers und Galerien, die Dumbo so liebens- und lebenswert macht.

Die vielen gelben Taxis, der Lärm, der Staub und die Hektik dürfen da gern in Manhattan bleiben. Noch öffnen die meisten Läden in Dumbo erst um 12 Uhr oder sogar nachmittags. Hier lässt man es langsamer angehen. Und wenn mal wieder was dazwischen kommt, hängt man einfach ein Schild an die Tür: „We’ll be back at noon.“