Ein Fotograf. Ein Projekt. Wie sieht die Mode der Zukunft aus? Wird es genügend Rohstoffe geben? Oder müssen neue Stoffe entwickelt werden? Muss sich der Mensch der Natur anpassen? Wie? Wird es im Jahre 2071 noch Marken geben? Und was heißt all das für meine Arbeit? Gewaltige Fragen. „Schauen sie sich den Film Equilibrium an. Er zeigt, wie Leute sich in der Zukunft kleiden könnten“, sagt Markus Hofmann, besagter Fotograf mit den tiefgründigen Gedanken.

Equilibrium ist ein US-amerikanischer Science-Fiction-Film von Kurt Wimmer aus dem Jahr 2002. Die Handlung ist stark vom Film und Roman Fahrenheit 451 inspiriert und entlehnt. Der Look: schwarze Kampfanzüge, kompakte Martial Arts-Dresses, Schutzschilder, hart, maskulin, monochrom, düster, eiskalt. Hofmanns Projekt „Force“ ist davon inspiriert, und auch von anderen Sci Fiction-Filmen wie Star Wars oder Enterprise. Es zeigt Frauen, wie sie in 50 Jahren in ihrer Arbeitskleidung aussehen könnten. Körperpanzer. Feste Hüllen. Organische Leuchtdiode (OLED) auf den Kleidungsstücken sind obligatorisch. Die Faszination der innovativen Technologie ist auf den Bildern omnipräsent. Licht in seiner modernsten Gestalt: effizient, ästhetisch, hauchdünn.

Spannende Möglichkeiten für Modedesigner tun sich auf. „Es wird das Zeitalter der Stoffentwicklung. In der Automobilindustrie findet bereits ein Umdenken statt. Hier wird viel Geld in die Forschung nach innovativen Funktionsstoffen investiert. Impulse kommen von Militär und Medizin“, sagt Hofmann. „Die Menschen müssen sich in Zukunft an die Natur anpassen, sich beispielsweise viel mehr vor der Sonne schützen. Nicht jede Kollektion kann sich diese teuren Stoffe leisten und wird auf der Strecke bleiben. Marken spielen nur noch eine untergeordnete Rolle, falls es sie überhaupt noch gibt." Im Vorteil seien Unternehmen, die jetzt schon viel Geld in die Forschung stecken.

Und die Mode-Fotografie der Zukunft? „3D und Hologramme werden eine große Rolle spielen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es die Fotografie, so wie wir sie kennen, noch geben wird.“