Die Jungen haben keine Lust zu shoppen. Zumindest könnte man so die Umsatzzahlen des TW-Testclubs deuten. Minus 17% verzeichneten die Young Fashion-Spezialisten vergangene Woche, die Woche davor gingen die Umsätze im Durchschnitt um 24% zurück. Liegt es an der Mode? „Es gibt kaum Neues, überall das Gleiche“, sagten viele junge Kunden kürzlich bei einer TW-Umfrage. Umso wichtiger ist es jetzt, ein paar Statement-Pieces zu promoten, Teile hervorzuheben, die noch nicht jeder im Schrank hat. Denn die gibt es durchaus.

Boom Bap
Boom Bap


Besonders Statement-Shirts laufen gut. Labels wie Boom Bap und Eleven Paris haben mit provokanten Sprüchen, Fotodrucken, Promi-Konterfei-Prints und Logo-Fakes für Dynamik gesorgt. „Modische bedruckte T-Shirts von Eleven Paris, Boom Bap und Loud sind richtig gut gegangen“, sagt Isy Salzberg von Isy’s in München. „Die Shirts mit einer Hommage an YSL, Chanel oder Vogue gehen richtig ab. Wir haben alleine an einem Tag 30 Stück davon online verkauft“, sagt Lena Terlutter von Boutique Belgique in Köln. „Die treffen einfach den Zeitgeist”, heißt es bei People`s Place in Wiesbaden.

„Fuck Fashion.” „God is a woman.” „Hope.” Stinkefinger-Print. Die Jugend wird wieder politisch. Zumindest mögen sie T-Shirts mit Aussage. „Zurzeit wollen alle die ironischen Print-Shirts von 5Preview“, sagt Franziska Gruber von Laufsteg in Augsburg. Dabei sind die Tops nicht gerade günstig: ab 50 Euro aufwärts. Für ein weißes Basic-Shirt mit Aufdruck. Bei Bailly Diehl in Neu-Isenburg werden die Statement-Shirts vor allem zu Chinos verkauft. „Das ist ein lässiger, aber auffälliger Look für junge Mädels“, sagt Andrea Nowotnik. Hier laufen vor allem Modelle von Happiness is a 10$ tee mit Twiggy-Konterfei oder den Sex Pistols. Besonders gut werden Labels wie Dirtee Hollywood (bunt, wild), The Hip Tee (Vintage-Look), I Love My T’s (organic) und My Brand besprochen. Letztere scheinen immer genau den Geschmack der politisch, modisch korrekten Jugend zu treffen.

Boom Bap
Boom Bap


Mit Blick auf Herbst greifen vor allem Jungs jetzt schon zu bedruckten Sweatshirts. Und die Claims dürfen durchaus noch einen Schritt weiter gehen, provokanter sein. „Solche Teile verkaufen sich super“, berichtet Bernd Niebel von Bofinger, Heidelberg, der schon nachgezogen hat.