Auch wenn es im Moment noch nicht danach aussieht: Der Frühling kommt! Zumindest auf der Fläche. Dort macht er sich so langsam breit und verdrängt die Wintersachen von ihren Stammplätzen. Es wird Platz geschaffen für neue Themen, frische Farben und inspirierende Muster. Höchste Zeit also, sich auf die neuen Trends des Frühjahrs einzustellen. Teil eins: die DOB.

Neue Pullover. Der Boxy-Pulli war im Winter schon stark. Jetzt sind Netze und offene Strukturen dran. Lauf- und Luftmaschen, federleichter Sommer-Grobstrick. Gefragt ist Transparenz für das vielschichtige Spiel mit Farben. Schmale Silhouetten gibt es auch. Sie sind die lässigen Kombi-Partner zu ausgestellten Röcken und knackigen Shorts. Die Taille steht im Blickpunkt, akzentuiert durch extravagante Gürtel. Gerade Vokuhila-Varianten sind eine gute Alternative zu boxy Formen. Außerdem ist das Sweat zurück. Gerne auch in Grau und in Melangen. Es zeigt sich ausgesprochen feminin und wird auch mal über einer zarten Bluse getragen. Der neue Dreh kommt über super-softe Qualitäten mit Stretch, über Ausbrenner-Optiken, Chiffon-Einsätze und freche Bubi-Kragen. Metallics sind auch für Strick und Shirt ein Riesen-Thema. Auch Lurex ist wieder da. Nicht kratzig wie früher, sondern schön weich.

Neue Drucke. Klare Linien, kleine Muster, drei Farben. Ein typischer Fall für Krawattenmuster. Ob für Hosen, Blusen, Kleider. Entweder als Einzelteil im Outfit, für Modemutige aber auch komplett von Kopf bis Fuß. Kreise, Punkte, Rauten, Dreiecke – damit wird quer durch die Trendfarben gespielt, und ein Ende ist nicht abzusehen. Seit Digitaldrucke auf breiter Ebene eingesetzt werden, können Designer außerdem ihre Urlaubsbilder auf Blusen drucken lassen. Das ermöglicht völlig neue Optiken, die bisher mit der Farbtechnik in dieser Präzision nicht möglich waren. Der belgische Designer Dries van Noten hat immer schon viel mit Drucken gearbeitet. Seine neuen Ideen ganz verschiedene Muster miteinander zu kombinieren und diese dann nicht nur für Kleider oder Blusen, sondern auch für Blazer einzusetzen, hat einen neuen Trend ausgelöst: Bedruckte Blazer zu Druckhosen und wenn es geht, auch noch ein drittes Motiv für Bluse oder Mantel. Im Batik-Look wird ebenfalls viel experimentiert. Auch hier: Es sieht nach Batiktechnik aus, wird aber mit einer Art Tintenstrahldrucker auf den Stoff gedruckt.

Neue Blusen. Wenige Produkte haben es in den vergangenen Saisons geschafft, so stark in der Gunst der Kundinnen zu steigen wie die Bluse. Sie ist allgegenwärtig in vielfältigen Stilen und Formen. Bekam bislang die lässige, gerade Form die meiste Aufmerksamkeit, so verändert sich der Look nun peu à peu. Blusen werden wieder im Hosen- oder Rockbund getragen und daneben gibt es neue lange Formen mit Taillierung. Dekorative Kragentypen sind ein modisches Must-have, das mit Steinchen und Glitzer verziert jedes Outfit aufpeppt. Ansonsten zeigen sich die meisten Blusenformen kragenlos. Und wenn Kragen, dann besonders: ob verziert oder transparent, ob aus Spitze oder als dezenter Stehkragen. Die vielfarbigen Drucke sind für Blusen ein perfektes Thema, ob floral, grafisch oder mit Animal-Motiven. Zudem gewinnt Transparenz an Bedeutung. Nicht immer als komplett durchsichtiges Teil, sondern mit transparenten Einsätzen versehen. Zunehmend machen sogenannte Schlusen von sich reden, eine Kombinationen aus Bluse und Shirt. Auch mit lässigen Material-Kombis spielen die Designer. Seide und Baumwolle. Jersey und Cupro. Volles Patch-Programm.

Stadt-Nomaden. Top, Kleid, Hose, Jacke, Weste, Mantel – hier ist alles erlaubt. Es geht drunter und drüber. Verschiedene Schichten übereinander. Hauptsache fließende Materialien wie Jersey und Seide und lockere Passformen. Ein unkomplizierter Look muss her. Es wird gewickelt, geschlungen und drapiert, was das Zeug hält. Ob um den Hals, als Gürtel um die Taille, als Turban oder Kopftuch – Tücher spielen beim Nomaden-Trend die wichtigste Rolle. Sogar das altbewährte Palästinenser-Tuch ist wieder auf den Straßen zu sehen. Besonders ethnische Muster wie etwa Ikat-Prints sind unverzichtbar. Ganz wichtig: Auch verschiedene Muster können miteinander kombiniert werden. Das gibt dem ganzen Outfit noch mehr Facetten. Staubige Erdtöne wie Stein, Schlamm oder Asphalt gehören bei diesem Trend zum Farbbild. Doch dazu kommen kräftige Farbtöne oder auch mal pastellige Nuancen. Auch hier gilt: Es darf kunterbunt gemixt werden.

Neue Weite. Leichte Lässigkeit – darum geht es zunehmend. Neben extremer Figurbetonung, wie sie bei Jeans und Blazern allgegenwärtig ist, kommen neue Impulse für den Verkauf von Oversized-Formen. Mehr Weite kommt über feine Materialien besonders charmant daher. Dabei gibt es beides: Mal soft und fließend, mal mit etwas Stand für Formen mit Kontur. Letzteres wird zunehmend in sportiven Typen wie kastigen Blousons und Sportswear-Jacken umgesetzt. Aber auch Hosen kommen als weite Form gut rüber, wie auch Blusen und kragenlose Manteltypen. Pyjama-Looks, so wie Stella McCartney sie über den Laufsteg geschickt hat, lassen die einzelnen Elemente besser wirken. Mal sind es die typischen Krawattenmuster, mal sind es die Schnitte. Tunnelzüge und ungefütterte Verarbeitung sind obligatorisch. Fließende Seidenstoffe sind modisch bereits länger ein Thema. Über mehr Volumen und neue Formen kann das Thema lässig weiter gespielt werden. Muster-Mix darf nicht fehlen, wenn mehr Weite im Spiel ist. Mal von Kopf bis Fuß oder gezielt eingesetzt an Säumen und Verschlüssen.

New Military. Camouflage ist DAS Thema der Saison. Ob auf Parka, Shirt, Pullover oder Hose – das Muster kommt nicht nur bei den ganz jungen Kundinnen gut an. Mit zusätzlichen Glitzersteinen und Nieten wird jedes Outfit gepimpt. Wer es aber lieber dezenter mag, kann sich auch Camouflage-Lack für die Nägel zulegen. Khaki& Co. – das sind die Farben des Military-Looks. Der Pluspunkt dabei: Diese Töne schmeicheln vielen Frauentypen und können in entsprechenden Materialien auch durchaus edel daherkommen. Uniform-Charakter haben vor allem die Mäntel und Jacken im Military-Stil. Wer es nicht zu streng mag, kann den Look aber auch aufbrechen und dazu witzige Denim-Shorts, bedruckte Shirts oder plakative Accessoires kombinieren. Details spielen eine zentrale Rolle bei diesem Trend. Ob goldene Knöpfe, Riegel, Taschen, Manschetten oder Ärmelschließen – hier muss nicht gespart werden.