Mit Hemden konnte man 2011 gute Umsätze machen. Allen voran mit peppigen Freizeithemden à la Camp David. Der auffällige Style gefällt und hat das gesamte Segment belebt. „Zwei Tage nach der Lieferung waren alle Hemden von Camp David, auch zu Preisen von 139 Euro, schon wieder verkauft“, sagt Susanne Natterer von Natterer in Heidelberg. Auch deshalb haben sich Alternativen wie die etwas smarter geschmückten Hemden von Circle of Gentlemen und Culture in den Sortimenten ebenfalls schon erfolgreich Raum verschafft. Andere Anbieter wie Hatico mit dem Label Rich Friday drängen ebenso in den Markt mit reich geschmückten Styles.


Bei den milden Temperaturen zurzeit läuft das Hemd ungebrochen weiter. „Das Wetter ist so mild, dass wir momentan Hemden richtig gut verkaufen. Letztes Jahr waren es noch dicke Pullis, Jacken und Mäntel, nach denen die Kunden gesucht haben, aber bei diesen Temperaturen will sich ja niemand in einen warmen Pulli zwängen“, sagt Sybilla Schomers von Boutique Monsieur in Blieskastel. Zu den Topsellern in Blieskastel gehören Hemden von Pure und Calamar in den Preislagen zwischen 39 und 69 Euro. „Wir merken, dass die Männer bereits zu intensiven Farben wie Rot, Blau und Lila greifen“, so Schomers.


Auf Farbe setzt auch Jörg Buchholz von Buch&Falke in Bielefeld: „Ausgefallene Hemden von Attigiano, DU4 und R2, die nicht vorgewaschen sind, laufen bei uns auch schon in Farbe.“ Bei Rottönen seien die Kunden zwar noch vorsichtiger und würden eher zu Grau und Blautönen greifen, schwarze Hemden würden eher liegenbleiben. „Das Hemd muss klassisch sein. Neben schlichten Hemden laufen aber auch die Teile, die an Leiste und Manschette ein wenig aufgearbeitet sind“, so Buchholz.  

"Das Hemd wird stärker"

Auch im progressiven Markt sind Hemden Topseller. Allerdings nicht in Farbe wie Marcus Paulus von Bob Men in Hamburg feststellt: „Alles, was schmal geschnitten ist, läuft gut. Dazu gehört auch definitiv das Hemd, aber nicht in knalligen Farben, sondern eher dezent in Blau und Grau. Ein bisschen Rot sieht man auch schon.“ In Hamburg sind es vor allen Dingen Hemden von Aglini und Mauro Grifoni zwischen 119 und 179 Euro, die über die Ladentheke gehen. Auch in Lübeck läuft das Hemd. Lars Kewitz von The Fashion Room: „Das Hemd wird immer stärker.“

"Mehr City, als Landlust"

Ob progressiver Markt oder gehobenes bis mittleres Genre: Für den kommenden Sommer sind sich die Einkäufer einig: Der Dauerbrenner Camp David wird weiterlaufen. Aber es baut sich ein schickerer, gepflegter Look auf. „Es bleibt lässig, aber der ganz sportliche Look, das ist vorbei. Cleaner und schicker sind die Stichwörter, oder besser gesagt es wird mehr City, als Landlust“, sagt Marcus Paulus von Bob Men in Hamburg mit Blick auf kommendes Frühjahr. „Der Trend wird weiter zu schmal geschnittenen Hemden gehen“, so Lars Kewitz von The Fashion Room in Lübeck.

"Destroyed-Look ist vorbei"


Für leichtere Qualitäten und freundliche Farben plädiert Sybilla Schomers von Boutique Monsieur in Blieskastel. „Es wird sicher schicker, aber ein Schuss Sportlichkeit wird immer bleiben.“ Jörg Buchholz von Buch&Falke aus Bielefeld: „Der Destroyed-Look ist komplett vorbei. Der wird erstmal ganz hinten anstehen. Ich sehe mehr die klassisch-lässige Kombi aus Hemd, Jeans und gewaschenem Sakko.“