In Düsseldorf, zwischen Rheinmetall-Allee, Kaiserswerther Straße und Medienhafen, ist das modische Bild klarer geworden. Generell lässt sich festhalten: Traditionelle Elemente in neuen Spielarten gewinnen in der Menswear an Bedeutung. Die Vintage-Nummer geht weiter, wird aber subtiler gespielt. Lifestyle-Sportswear wird weniger plakativ, der sportive Grundgedanke bleibt aber im Konzert der Trends weiterhin unheimlich wichtig. Vor diesem Hintergrund bauen sich jetzt spannende, belebende Farbwelten auf. Ein Blick auf die Must-haves-Themen für Herbst 2012:

FUTTERPLATZ. Jetzt wird’s vielseitig. Die Outerwear punktet mit neuer Schicht-Arbeit. Heraustrennbare Stepp-Inlays, abnehmbare Ärmel und federleichte Futterstoffe sorgen für vielschichtige Kombinationen bei jeder Wetterlage. Farbe setzt Active-Akzente. Sowohl plakativ und modemutig im Außen-Einsatz als auch kommerziell und dezent als hervorblitzendes Innenleben. Aufgesetzte Kofferbänder, breite Zipper und markante Knöpfe sorgen für maskuline Sportivität bis ins kleinste Detail.

SOFT-SPIELE. Traditionen soll man bekanntlich pflegen. Was jetzt aus der klassischen Herrengarderobe rüberschwappt, ist besonders pflegeleicht übersetzt worden. Das gestrickte Sakko ist beispielhaft und kann von rustikal, mit Karohemd und Jeans, bis smart casual intrepretiert werden, wenn die schlanke Cordhose und das Chambray-Hemd ins Spiel kommen. Ellbogen-Patches? Klar, sie sind bereits stark zu sehen gewesen. Mancherorts wohl zu stark. Aber tonig eingesetzt haben sie nach wie vor ihre Berechtigung.

WARM-SIGNALE. Das hellt trübe Tage auf. Vor allem tiefe Rot- und warme Rost-Nuancen ziehen sich durch die Produktgruppen. Leicht glänzendes Nylon wird zum Sportswear-Akzent und kommt eher als Weste denn als Jacke auf den Orderblock. Mehrfarbige Moulinés mischen die Strickabteilungen auf. Bei den Hosen gilt vor allem Cord als Top-Träger von warmen Farben und bekommt, leicht gewaschen, in der Order breiteren Raum. Hemden lassen‘s hingegen kariert krachen. Bei der Kombination dieser neuen Töne gilt immer auch das Motto: Erdige, maskuline Nuancen sowie die Menswear-Klassiker Blau und Grün gelten als perfekte Nachbarn.

AUSSTEIGER. Mit dicken Maschen an die frische Luft? Kein Problem. Hier kommt Wolle in Gauge-Zahlen, die gegen Null gehen. Gemütlich wie der Lieblingspullover, inspiriert von der Sportswear-Jacke. Meist geknöpft, mal mit Zipper oder mit Knebelknöpfen geschmückt. Naturtöne bilden die Basis. Die Palette an Blautönen ist auch kommerziell interessant. Rot und Orange setzen Spitzen.

GESCHÄFTSMANN. Business gleich Baukasten? Ganz so einfach geht es dann doch nicht. Angestoßene, flanellige Oberflächen. Subtiler Farbeinsatz. Moderne Silhouetten, wie der hochgeschlossene, überrollende Dreiknopf-Anzug setzen Stop-Signale auf den Flächen. Als Highlights gelten, ähnlich wie beim Sakko, Softverarbeitung und eine runde Schulterführung. Auf den Punkt ist das smarte Business-Outfit im Zusammenspiel mit leicht gewaschenen Hemden mit Hai-Kragen. An die Strickkrawatte trauen sich nur Genießer heran.