Die erste Aufregung ist vorbei. Über Schwarz. Nachdem auf den internationalen Designerschauen das Comeback von Schwarz propagiert wurde, gab es Diskussionsstoff. Wird die Botschaft der Designer Wirkung haben? Wann ist der Markt bereit für eine Umkehr von Farbe zu Nichtfarbe?

Das sagen die Kreativen:

Dorothee Schumacher, Schumacher: „In unserer High Summer-Flash-Collection setzen wir einen harmonischen Gegenpol zum intensiven Farbspiel, indem wir sehr viel Weiß, mädchenhaftes Rosé und frisches Mint zeigen. Der Mix von grafischen Prints und großen Blumendrucken in Schwarz/Weiß erzeugt besondere Spannung. Farbe spielt hier nur als Akzent für sommerliche Leichtigkeit eine Rolle."

Angela Kunst, Produktmanager Damen, Drykorn: „Wir haben für Herbst/Winter 2012 Looks mit Black-and-White-Kontrasten gezeigt und verkauft. Für Herbst/Winter 2013 wird der Markt auch wieder für komplett schwarze Looks bereit sein.“

Karsten Fielitz, Creative Director, Rena Lange: „Farben bleiben bei Rena Lange! Allerdings gedecktere, „moody colours“ mit klar kontrastierenden, schwarzen Akzenten.“

Bart De Backer, Senior Head of Creative Management Hugo: „Obwohl auch Farben diese Saison eine wichtige Rolle spielen, ist Schwarz grundsätzlich bei Hugo mehr als nur ein Basic. Schwarz ist für Hugo die Farbe schlechthin. Wir verwenden beispielsweise unser neu entwickeltes super black, ein sehr intensiver, tiefschwarzer Farbton. Wir sehen durchaus eine Rückkehr zu Schwarz, bzw. zu dunkleren Farben. Allerdings muss dies nicht über einen scharfen Schnitt geschehen. Zunächst werden die knalligen Farbtöne der aktuellen Kollektionen etwas abgedämpft.“

Bettina Melzig-Reindel, Head of Design Women, René Lezard: „Unserer Meinung nach bricht der Farbzyklus nicht ab. Neue Nuancen lassen in ihrem Spiel zueinander neue Farbwelten entstehen und wecken Begehrlichkeit. Neben unseren colorierten Neutrals sehen wir weiterhin ein großes Potential im Thema Farbe, solange es anspruchsvoll umgesetzt ist.“

Alexandra Lenz, Head of Design, Luisa Cerano: „Schwarz wird wieder wichtiger. Unseren letzten Winter-Liefertermin haben wir auf Schwarz aufgebaut, kombiniert zu Neutrals. Die Umkehr von Farbe zu Schwarz – wie auf den Schauen zu sehen war – geht im Markt nicht so schnell.“

Viktoria Masur, Head of Design Selection by S.Oliver Women: „Schwarz/Weiß mit kleinen Farbakzenten ist sehr wichtig. Gerade, wenn überall grelle Farben angeboten werden, entwickelt sich eine Gegennachfrage. Zudem kann Schwarz zu allen knalligen Farben kombiniert werden."

Das sagt der Handel:

Uli Berz, Marion Heinrich, München: „Schwarz/Weiß haben wir stark geschrieben. Tom Ford geht zum Beispiel ganz klar auf das Thema, da ist immer nur ein Splash Farbe drin. Wir haben generell sehr viel in Weiß und Beige-Tönen geordert, aber auch in Dunkelbraun und Dunkelblau. Schwarz und Weiß sind die Basis und werden einfach immer Trendfarben bleiben. Wir werden sicherlich nicht komplett auf Farbe verzichten, aber wir setzen sie akzentuiert ein. Es kommt auch immer darauf an, mit welchen Erwartungen die Frauen an die Kollektion herangehen. Bei Céline, Alaia und Tom Ford erwartet keine Kundin das ultimative Farbfeuerwerk. Grundsätzlich steht  Schwarz/Weiß immer für Eleganz und darauf wollen wir nicht verzichten.“

Susanne Sagmeister, Sagmeister, Bregenz: „Ich denke es wird sich von den Farben her deutlich beruhigen. Schwarz/Weiß und edle Cremetöne werden verstärkt kommen. Im kommenden Sommer werden die Eispastelle die kreischenden Farben ablösen. Aber ich glaube nach wie vor, dass Farbe beim Konsumenten gut ankommt. Das werden die Designer dementsprechend unterschiedlich umsetzen. Die einen werden noch weiter drauf setzen, die anderen schlagen eher eine ruhigere Richtung ein. Für nächste Saison kann ich mir auch einen Mix gut vorstellen. Muster werden noch stärker werden, das hat man schon in der aktuellen Prada Show in Mailand gesehen oder die digitalen Farbdrucke bei Marie Katrantzou. Das ist genau der Look für 2013."

Thomas Lang, Place’s Stuttgart: „Für Herbst/Winter 2013 kann ich mir vorstellen, dass Braun, Trüffel, Mokka und vor allen Dingen Schwarz richtig stark werden. Aber Farbe wird nicht von heute auf morgen verschwinden. Das Thema ist einfach so wahnsinnig gut gelaufen, dass es nicht so leicht verdrängt werden kann. Trotzdem wird es einen Gegenpol zu all den Farben geben müssen. Und da wird das Thema Schwarz/Weiß voll zum Tragen kommen.“