Manche Trends fallen einem in den Schoß. Buchstäblich. Das Schößchen ist wieder da. Designer wie Ricardo Pilati für Yves Saint Laurent und Riccardo Tisci für Givenchy zeigten in ihren Kollektionen für Sommer 2012 schwingende Volants an Tops, Blusen, Westen und Blazern. Und auch die Schauen für Winter 2012/13 zelebrieren den Kurven-Star. Unter anderem Haider Ackermann, Elie Saab und Lanvin zeigen Schößchen. Eine Ansage gegen Size Zero? Denn das Extra an Stoff zaubert auch ein paar Extra-Pfunde. Oder sagen wir lieber eine extra aufregende Silhouette. Denn darum geht es hier. Weiblichkeit, Wonne, Wohlfühlen. Feminin – das ist nach Saisons, die von sportiver Lässigkeit und Lagenlooks geprägt waren, eine der stärksten Richtungen in der DOB zurzeit. Das zeigen auch die ersten Liefertermine der Premium-Kollektionen für Sommer 2013. Sanduhr-Silhouette inklusive.

Das Schößchen ist fast so alt wie die Mode selbst. Im 19. Jahrhundert trugen Frauen eine Art Überrock, der an die Taille genäht wurde und den Po deutlich herausstellte. Später wurden eher die Hüften betont, was genug zu Essen und somit Wohlstand signalisierte. Einzug in die Mode hielt das Schößchen allerdings erst in den 40er Jahren, als Christian Dior seinen „New Look“ präsentierte. Mit Glockenrock und stark taillierter Schößchen-Jacke. Nach den tristen Jahren während des zweiten Weltkrieges zeigten sich die Frauen wieder betont weiblich. Die, die es sich leisten konnten.

Aktuell auf der Website von H&M: Schmales Bandeaukleid mit Schößchen
Aktuell auf der Website von H&M: Schmales Bandeaukleid mit Schößchen


Heute ist es keine Frage des Geldes, längst haben Vertikale wie H&M und Zara erschwingliche Teile mit Schößchen im Angebot. Schmale Etuikleider mit asymmetrischem Volant-Ring. Pencilskirts mit mehrlagigen Rüschen oder subtil gesetzten Schößchen. Pullover, denen Volants aus Spitze oder Tüll angezippt sind. Dazu trägt man hautenge Jeans oder Bleistiftrock. Je enger, desto besser, so dass das Schößchen sich von der schmalen Schnittführung abheben kann, ohne aufzutragen. Bei diesen Outfits bleibt nichts im Verborgenen. Das muss Frau sich leisten können. So gesehen hat sich nicht viel geändert.