Eine Zahl kann für vieles stehen. Nehmen wir mal die 36 auf der Brust des Models auf dem Foto links: 36 könnte ihre Hausnummer sein. Ihr Alter. Eine Eselsbrücke für den Pin ihrer Kreditkarte. Die Spielernummer ihres Liebsten – oder gar die Zahl ihrer Liebhaber. Genau deshalb sind Zahlen so schön. Jeder kann sie lesen, trotzdem bergen sie viel Spielraum für Interpretation. Sie sind weniger platt als Spüche und Logos – und doch so herrlich plakativ.

Das ist natürlich nicht der Grund, warum sie aktuell in der Mode wieder öfter anzutreffen sind. Grund dafür ist das 90er Jahre Revival, das aktuell durch die Kollektionen fegt. Streetwear ist auf dem Vormarsch – und damit sind auch Trikots wieder zurück im modischen Bewusstsein. Und was wäre ein Trikot ohne Nummer?

Ein kurzer Blick zurück: Mitte der 90er gehörten modische Fanartikel von US-Sport-Teams in jede Teenie-Garderobe. Am breitesten vertreten waren die Chicago Bulls. Daneben sah man die Hornets oder Lakers am häufigsten. Oder die New York Yankees – nicht Basket- sondern Baseball, aber das war egal. Plakativ prangten die Erkennungszeichen (wie zum Beispiel der rote Stierkopf) auf oversized Blousons, auf Mützen – und auf Trikots. Genau wie dicke, fette Nummern.

Rund 20 Jahre später können sich die glücklich schätzen, die die Schätze ihrer Jugend aufbewahrt haben. Denn die Teile werden aktuell auf Flohmärkten immer höher gehandelt. Sie sind modisch zurück – und das nicht nur für Teenies: Als Bruch für schicke Outfits sind sie ein neues Must-have für modeaffine Frauen. Mindestens eine Nummer zu groß werden sie zu High-Heels und Minirock kombiniert. Oder zu Leggings und kurzen Boots. Dass Trikots auch clean übersetzt werden können, demonstriert Topshop. Der britische Filialist hat aktuell zahlreiche Modifikationen der Sport-Shirts im Sortiment. Aus Baumwolle statt Polyester. Schlicht zweifarbig. Einfach nur mit großen, plakativen Zahlen bedruckt. Dass solche Modelle auch in anderen Kollektionen bald am Start sein werden, scheint eine sichere Nummer.

Ohne Zahl geht dabei nichts. Dass Typo-Prints im Kommen sind, war spätestens auf den Schauen für diesen Sommer überall zu sehen. Und wer A sagt, kann auch Eins sagen – ob Zahl oder Buchstabe ist ja eigentlich egal. Hauptsache, es gibt was zu lesen.