Winterzeit. Schalzeit. Nicht zwangsläufig bei modischen Kundinnen. Sie wollen neue Spielteile. Das hat bereits der große Erfolg von abnehmbaren Kragen gezeigt. Bei H&M war der Pailletten-Kragen das erste Teil, das aus der Marni-Kollektion vergriffen war. Auch bei Zara waren die neuen Schmücker schnell weg. Und das Geschäft geht weiter: „Abnehmbare Kragen laufen super, wir haben uns richtig damit eingedeckt. Modelle mit Nieten, aus Samt, mit Spitze und Kragen mit Broschen“, sagt Lena Terlutter, von Boutique Belgique in Köln.

Aber auch Schmuck zieht wieder an: „Im Moment springen Frauen richtig auf große Ketten mit großen Klunkern an. Sie kaufen zurzeit lieber Statement-Ketten als Tücher“, sagt Corinna Einhaus von Corinna Moden in Dorsten. Das Geschäft mit Schals und Tücher stagniere, sei sogar rückläufig, weil die modische Kundin den Kleiderschrank bereits voll mit Schals habe. Sehr erfolgreich bei Corinna Moden laufen die Ketten von La Ola, das Label einer israelischen Designerin, die Corinna Einhaus auf der Berliner Messe Show&Order entdeckt hat. 139 Euro kosten die Ketten mit großen, bunten Glassteinen an dicken Kordeln, rund 100 Euro das passende Armband dazu. „Nächste Saison werden wir noch einmal weniger Tücher ordern als letztes Jahr und uns noch mehr um Ketten und Armbänder kümmern.“

Auch bei Anita Hass in Hamburg hätte man mehr Schmuck verkaufen können: „Die Nachfrage nach dekorativen Accessoires steigt, vor allem bei Modeschmuck. Davon hätten wir diese Saison mehr ordern können“, sagt Charlotte Kraska. „Im Moment geht es um Opulenz. Wir verkaufen richtige Klunker von Patrizia Pepe“, heißt es bei Liedloff in Hamburg.

Der Look: Pudelmütze oder Beanie in Grobstrick, dazu eine auffällige Kette – über Pulli oder sogar Mantel getragen. „Lange Ketten mit großen Kreuzen mit Swarovski-Steinen in Barolo und Grün sind bei uns Topseller. Das macht so viel her, da braucht die Kundin keinen Schal mehr. Und mit 200 Euro Verkaufspreis wird der verlorene Schal-Umsatz auch sehr gut aufgefangen“, sagt Corinna Einhaus. „Schals haben zwar nicht mehr die modische Daseinsberechtigung, werden aber natürlich bei Bedarf, wenn es richtig kalt wird, weiterhin verkauft. Nächste Saison werde ich trotzdem noch einmal genauer hingucken und bei den Schals nicht mehr so zulangen wie vergangene Saison.“

Ein ausführliches Update zum Thema Accessoires finden Sie in der TW 46 vom 15. November 2012. Die digitale Ausgabe steht bereits am 14. November 2012 ab 18 Uhr als Download im iTunes-Store zur Verfügung.