Dass Farbe unmittelbar wirkt, zeigen die Topseller der vergangenen Tage: Skinnys in Zitronengelb. Seidenblusen in leuchtendem Orange. Chinos in Giftgrün. „Frische neue Bilder, das wollen die Kunden sehen. Bei Pink und Rot wird schon richtig gut zugegriffen“, sagt Angela Salzmesser von Erlebe Wigner in Zirndorf. „Coloured Chinos kommen sehr gut an“, sagt Marc Ramelow von Ramelow in Elmshorn. „Alles, was farbig ist, alles, was grell ist, hat uns am Leben erhalten“, sagt Diana Wieschhörster von Wieschhörster in Greven.

Farbe, ein dankbares Thema zurzeit nach mauen Wochen im Handel. Damit es so weitergeht, und dem Handel bis zum Ende der ersten Saisonhälfte nicht die Farbe ausgeht, legen Anbieter wie Closed, True Religion, Rare, Circle of Trust, Set und J Brand Programme in Neon auf. Ja, Neon, denn zum Sommer hin werden Frauen wieder einen neuen Farbimpuls suchen. Mit gebräunter Haut greift es sich dann auch leichter zu den leuchtenden Farben.

Bereits auf der vergangenen Berlin Fashion Week zeigten Schumacher, Strenesse Blue, Lala Berlin, Escada Sport und Michalsky neue Neon-Farben. Leuchtendes Limette, Koralle, Zitronengelb, toxisches Orange. Großflächig, als breite Blockstreifen und sogar in der Konfektion. Oder auch nur als kleiner Akzent zu Natur und Taupe. Am modernsten sind Neon-Töne, die wie sonnengebleicht wirken. Neon und ausgebleicht? Ein Paradoxon, das funktioniert.

Mit einer erneuten Nu Rave-Welle hat all das nichts zu tun. Weder gibt es klobige Sneaker noch bunte Smiley-Shirts. Neon ist dieses Mal bis nach ganz oben durchgedrungen. Zu den internationalen Designern und Premium-Anbietern. Und vielleicht im Sommer auch zu den Kunden.