Warum ziehen junge Menschen T-Shirts mit dem Konterfei von David Bowie, Michael Jackson, Karl Lagerfeld und Kate Moss an? Oder Shirts mit Sprüchen wie „Life is a joke“, „Fuck“ oder „God is a woman“? Vielleicht, weil es cool ist, vielleicht weil es retro ist. „Sie treffen einfach den Zeitgeist“, heißt es bei People`s Place in Wiesbaden. „Das ist ein lässiger, aber auffälliger Look für junge Mädels“, sagt Andrea Nowotnik von Bailly Diehl in Neu-Isenburg. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus allem. Sicher ist, die T-Shirts mit Aussage sind der Verkaufsrenner im jungen Segment.

Auf der Crämer&Co Facebook-Seite konnte man vergangene Woche abstimmen, wer der bessere „Two and a Half Men“-Darsteller ist. Auf einem Foto präsentierten zwei junge Damen die Shirts von Eleven Paris mit Charlie Sheen- bzw. Ashton Kutcher-Konterfei. Und auch aktuell läuft eine Foto-Aktion beim Nürnberger Denim-Spezialisten mit bedruckten Shirts von eddieLOVE.

Statement-Shirts und Facebook scheinen gut zusammenzupassen. Im Hippodrome in Neunkirchen kommen die Shirts mit Aussage so gut an, dass eine neue Lieferung auf der Hippodrome-Facebook-Seite angekündigt wird. Uwe Haupenthal: „Die Shirts von Boom Bap haben wir auf Facebook gepostet und sehr gute Resonanz von den Kunden bekommen. In Schwarz und Grau verkaufen wir sie sehr gut, aber Weiß ist der Klassiker und ein absoluter Topseller.“ Die Shirts von Eleven Paris ab 39 Euro gingen ebenfalls „durch die Decke“.

Gute Umsätze mit den Boom Bap-Shirts macht auch Martin Selter vom Original Jeans Store in Karlsruhe: „Das war einfach etwas Neues auf dem Markt. Deswegen schlägt das gerade so ein. Die Shirts sind trendig, die Prints sprechen verschiedene Geschmäcker an, der Look ist cool.“ Genauso wie bei den anderen Einzelhändlern macht auch Selter die Erfahrung, dass Statement-Shirts sowohl bei Mädels als auch bei Jungs gleichermaßen gut ankommen. „Da ist überhaupt kein Unterschied. Oft greifen die Mädels sogar zu den Männer-Shirts, weil die weiter geschnitten sind und noch lässiger aussehen.“

Bei all dem Hype um das bedruckte Shirt stellt sich natürlich die Frage, wie es in den nächsten Saisons weitergeht. „Es muss etwas Neues nachkommen. Das wird schwer“, sagt Selter. Die Shirts seien ja jetzt teilweise schon sehr provokativ und leicht pornographisch angehaucht. Dies lasse sich nur schwer steigern.

Neuerungen könnten allerdings über großflächige Fotodrucke im Instagram-Stil kommen, wie man es zurzeit  schon bei Mango und Zara sehen kann. Bei den Frauen könnten neue Shirt-Formen (geknotet, boxy) eine größere Rolle spielen.