Früher war es so einfach. Zum Kleid gab's ein Bolerojäckchen und die Kundin war zufrieden. Und heute? „Wenn man für obenrum nichts Passendes hat, kann daran der Kleider-Kauf scheitern", sagt Jens Niestegge von Cohausz in Borken. Vor allem bei ärmellosen Kleidern. Was das Passende ist, dazu gibt es unterschiedliche Ansichten. „Moderne Strickjäckchen, die nicht zu transparent sein dürfen", meint Niestegge. „Die Kundin mag keine unbedeckten Arme", bestätigt Ursula Krämer von Klingenthal. Der Komplettlook von Kleid mit passender Kleiderjacke spielt für sie keine große Rolle, sie setzt auf „freche Kleiderjacken, etwa aus einer Kofferware in Netzoptik".

„Wir verkaufen fast zu jedem Kleid etwas dazu", berichtet Olaf Hecker von SinnLeffers. Das können Blazer sein oder kürzere, konfektionierte Kleiderjacken. „Boleros auch, das ist aber rückläufig." Bei AppelrathCüpper ist die Bolerojacke nach wie vor ein unverzichtbarer Begleiter. „Strick und Jersey funktioniert gleichermaßen gut", sagt Barbara Moers.

Gerade jüngere Kundinnen greifen gerne auch zur Bikerjacke. „Den Trend spüren wir auf jeden Fall", sagt Hecker. Bärbel Wehlage von Blum-Jundt in Emmendingen verkauft zu den alltagstauglichen Kleidern auch Blusen und Jeansjacken zum Überziehen. Jeansjacken funktionieren bei der Schulze-Gruppe in Siegen generell sehr gut, auch als Zusatzverkauf zu klassischen Kleidern. „Auf diesen Stilbruch haben wir gesetzt, und das ist aufgegangen", berichtet Uwe Kraatz.