Es läuft in der Bel Etage: Während das mittlere Genre im Vergleich zum Vorjahr einen Umsatzrückgang von 6% verzeichnen musste, konnten die Händler mit einem höherpreisigen Sortiment in der vergangenen Woche umsatzmäßig überdurchschnittlich zulegen. Sie steigerten laut TW-Testclub ihre Umsätze um 1%. Das kann viele Gründe haben. Dass Mode zieht, ist der offensichtlichste.

Die Top Fashion-Händler sind zufrieden, richtig euphorisch: „Der Saisonstart fand bei uns schon vor drei Monaten statt. Im Geschäft sieht es aus, als ob eine Leuchtrakete abgeschossen wurde, hier liegen Missoni-Bikinis, obwohl wir draußen knackig kalte minus sechs Grad haben“, sagt Florian Braun vom Modehaus Unger in Hamburg.

Lanvin
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Farbe ist wie so oft der Magnet: „Die Kundinnen nehmen, was da ist, egal ob Gelb, Lila oder Bordeaux“, sagt Renate Blumör von Blumör in Frankfurt. So sieht es auch in Köln und Düsseldorf aus: „Starke Farben und Prints verkaufen wir ausgesprochen gut. Ob ein pinkes Kleid oder ein knalliger Cashmere, alles, was fröhlich aussieht und ein Gefühl von Sommer vermittelt, kommt bei unseren Kunden super an“, sagt Klaus Ritzenhöfer von Apropos. Die neuen Taschen von Céline in Knallfarben hat er bereits nachbestellen müssen. Was lief sonst noch?

Emmanuel de Bayser, The Corner, Berlin: „Besonders gut liefen Kleider und Taschen von Balenciaga sowie Céline-Taschen. Kleider von Isabel Marant, Acne und Carven gingen hervorragend im günstigeren Preissegment. Top-Renner bei den Schuhen ist nach wie vor Christian Louboutin, besonders in starken Farben wie Rosa und Blau, Booties von Acne, Sneakers von Isabel Marant und Pumps von YSL.“

Klaus Ritzenhöfer, Apropos, Köln und Düsseldorf: „Frühe Lieferzeiten sind für uns essenziell. Bereits seit Anfang November verkaufen wir unsere Sommerware sehr gut. Tom Ford hat die Pre-Kollektion vollständig ausgeliefert, was für uns äußerst erfreulich ist. Unsere Kunden warten jede Saison mit unglaublicher Vorfreude auf die exklusive Kollektion.“

Florian Braun, Modehaus Unger, Hamburg: „Wir haben sensationelle Abverkäufe mit Brunello Cucinelli. Hosen und Röcke kosten rund 800 Euro, Oberbekleidung manchmal 1400 Euro. Die Logik scheint da auszusetzen. Gleichzeitig sind bezahlbare und Frequenz bringende Kollektionen wichtiger geworden, wie die von Tory Burch, Diane von Furstenberg und Victoria Victoria Beckham. Wir verkaufen diese an 16 bis 60-jährige. Hier ist ein Wandel zu sehen.“

Renate Blumör, Blumör, Frankfurt: „Alexander McQueen ist wieder der Designer-Star bei uns. Jo No Fui ist ein tolles neues Label. Peter Pilotto ist auch bombastisch. Und Balenciaga ist diese Saison stärker als sonst.“

Markus Brüning, Hasardeur, Münster: „Nach Weihnachten hatten die Kundinnen Lust auf kräftige Farben. Kleider in plakativen Tönen ziehen. Als Kontrast gibt es auch Tellerröcke von Prada in Beige und Weiß. Endlich trauen sich auch schlanke Frauen, Volumen zu tragen. Wenn es in die Naturtöne geht, dann muss das Besondere über die Form kommen.“