Gib einer Frau die richtigen Schuhe und sie wird die Welt erobern“, lautet ein Zitat. Doch welche Schuhe sind denn nun die richtigen? Die mit den hohen Hacken? Oder doch die gemütlichen Treter? Und wie sieht es mit dem restlichen Outfit aus? Frauen haben da ganz unterschiedliche Meinungen. So auch zwei Damen der TW Redaktion. Während die eine, getreu dem Motto: „Lieber overdressed als underdressed“ jeden Tag aufs Neue beherzt zu High-Heels und Bluse greift, setzt die andere auf „Modernität durch Komfort“. Ein Pro und Contra Lässigkeit.

CASUAL

Immer schön locker bleiben!

Gudrun Allstädt, Ressortleiterin DOB
Gudrun Allstädt, Ressortleiterin DOB
Es war wohl Anfang der 90er, da entdeckten die Frauen den Reißverschluss. Damals nahm sie ihren Anfang: die Liebe zur Sportivität. Denn da erkannten die Frauen: „Trage ich eine Jacke mit Reißverschluss, sehe ich viel jünger aus als im Blazer. Trage ich dazu Sneaker, kann man noch mal fünf Jahre abziehen.“ Seitdem ist Casual Gesetz. In besonderem Maße für erwachsene und älter werdende Frauen. Ungeachtet aller Trends, die sie sehr wohl registrieren und für sich adaptieren. Nehmen wir die Chaneljacke: Die meisten 50-Jährigen fühlen sich darin madamig. Hat sie aber Zipper und Biker-Details – dann finden die Frauen sich jung und aktiv damit. Schluppenbluse, Spitzenkrägelchen, wadenlanger Glockenrock – so etwas ist entzückend an 20-Jährigen. Nur an ihnen. Alle anderen wollen intelligente, moderne Outfits. Zur Modernität aber gehört zwingend: Komfort. Deshalb ist Jersey anhaltend auf dem Vormarsch. Sweat-Blazer? Unnachahmlich lässig. Jersey-Kostüm? Superbequem. Beides brandaktuell. Wie Denim und Sneaker: nicht wegzudenken aus unserem Leben. Aktuell (wenn auch vorübergehend) zählen Jogging-Hosen ebenfalls zu den Protagonisten. An sich bequem, doch anspruchsvoll zu kombinieren und am attraktivsten mit High Heels. Lässig bedeutet ja keineswegs nachlässig. Und Casual-Frauen sind kluge Frauen: Sie nutzen dafür Creeper und Plateau-Schuhe. Die machen das Bein lang, ohne die Beweglichkeit einzuschränken. Denn noch etwas haben die Frauen gelernt: Tricks sind erlaubt. Auch das gehört zum Wendig-Sein.

Gallery: Schuhe Casual

FEMININ

Lieber nicht so (nach)lässig!

Simone Reiner, Redakteurin Schuhe & Accessoires
Simone Reiner, Redakteurin Schuhe & Accessoires
Jetzt mal ehrlich: Im Sweater ins Meeting? In Jogging-Pants zum Chef? Im Sneaker zur Kundenpräsentation? Kann man machen heutzutage. Muss man aber nicht. Und ich schon gar nicht. Diese Teile sind großartig. Jedes einzelne. Für eine ausgiebige Couch-Session. Für den Gang zum Wochenmarkt. Für einen Samstagmorgen im Lieblingscafé. Und nicht zuletzt, um mal beim Ursprung zu bleiben, für ein sportliches Workout. Dann ist es auch völlig egal, ob man sieht, was ich dazu kombiniere. Im Business-Alltag tut man das im schlimmsten Falle nicht. Denn am großen Meetingtisch sitzen die Kollegen bekanntlich vis-à-vis und sehen voneinander lediglich Kopf plus Torso. Und nicht, dass ich zu meinem Sweatshirt diese wunderbar fließende Seidenhose trage. Ganz zu schweigen von den atemberaubenden High-Heels. Die liegen im Übrigen auch nicht im Blickfeld meines Chefs, wenn ich in der Jogging-Buchse vor seinem Schreibtisch stehe, um Termine abzustimmen. Mit Unlockerheit hat diese Haltung ganz und gar nichts tun. Lieber etwas overdressed als underdressed, ohne dabei verkrampft zu sein – das nenn’ ich lässig. Für (wieder) etwas mehr Stil, Ästhetik und Galanterie im Alltag. Im Übrigen heißen Running- oder „Turnschuhe“, wie ich sie aus meiner Kindheit kenne, nicht umsonst so. Um es über den Bürokorridor zu schaffen, muss ich weder turnen noch rennen. Notfalls schaffe ich das aber auch auf hohen Hacken. So viel Übung hab’ ich. So locker bin ich.

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