Oben smart, unten kernig. Deutliche Gegensätze, die miteinander kombiniert das Auge in ihren Bann ziehen. Nicht nur Liebhaber imposanter Geländelimousinen lassen sich von dieser ungleichen Liaison begeistern. Auch Schuhhersteller scheint diese reizvolle Verbindung zu interessieren. Denn ihre Modelle kommen neuerdings ähnlich imposant wie mancher SUV daher.

Leicht erhöht, auf dicken, groben Böden und kantigen Sohlenstrukturen hinterlassen Schuh-Styles mit Extra-Profil derzeit tiefe Spuren in den Herbst-Sortimenten. Und machen dort vor allem bei informierten Kunden als modischer Aufsteiger von sich reden. Tragbar sind sie zum Bummel durch die Stadt und ebenso trittsicher beim Spaziergang durch den Wald. Woher der Trend zu mehr Profil kommt, ist nicht schwer zu erklären.

Kante zeigen ist angesagt – vor allem bei Männern sind maskuline Konturen und charakterstarke Modelle mit Format gefragt. Nachdem farbige Schuhe als optische Impulsgeber in vielen Kollektionen zu sehen waren, rücken nun markante Strukturen an den Sohlen in den Vordergrund. Und dabei geht es nicht nur um Stiefel und Stiefeletten. Offensiv gezackte Böden verpassen sowohl klassischen als auch sportiven Schuhen die Extra-Dosis Maskulinität: Vom Brogue bis zum Chelsea Boot, vom Desert-Boot über den Derby bis hin zum Monk oder Loafer – alle werden fit für den Gelände-Gang gemacht.

Vor allem Caramato-Sohlen – mit der von außen sichtbaren Zahnmusterung – werden sowohl in Designer-Kollektionen wie Lanvin, Valentino und Prada gezeigt und dort unter edlen Styles wie Brogue-Boots, glänzenden Derbys oder spitz zulaufenden Desert-Boots verarbeitet. Auch Contemporary-Labels mit handwerklichem Anspruch wie Buttero, Grenson und Dondup inszenieren Monk, Derby und Loafer im Caramato-Style. Dort werden die auffälligen Sohlen zum Teil noch durch eine zum Schaft variierenden Farbe hervorgehoben. Selbst erfolgreiche Hersteller aus dem breiten Markt, wie Lloyd und Bugatti spielen mit Variationen der Caramato-Sohle. Vor allem Blau wird am Boden gezeigt.

Noch plakativer ist der Einsatz von starken Profilsohlen in urbanen, jungen Kollektionen wie Asos und Dr. Martens. Dort sind die Böden nicht nur dick und gezackt, sondern auch zum Teil verbreitert, so dass sie seitlich um den Schuh herum verlaufen.

Frei nach dem Motto „Big is beautiful“ wachsen über ausgeprägten Strukturen und Sohlenverarbeitungen auch die Bodenhöhen der Männerschuhe mit. Beispielsweise durch zweilagige Holz- und Gummischichten etwa bei Boss, Handstich und Floris van Bommel. Bei Urban Outfitters hingegen geht es für die Männer auf gezackten Plateau-Sohlen noch ein ordentliches Stück weiter nach oben. Aber das ist nicht verwunderlich. Schließlich reden wir hier über echte Aufsteiger.