Es ist eine Todsünde. Gleichzusetzen mit Hochmut, Neid und Völlerei. Oder Zorn. Trotzdem ist es wieder salonfähig, Logos sichtbar zu tragen. Die MCM-Tasche. Den Prada-Rucksack. Den Kenzo-Pulli. Und vor allem den Moschino-Gürtel. Das 80er Jahre-Kultteil geistert im Moment durch viele Fashionblogs (siehe Blidgalerie). Unübersehbar wird er über Trench-Coats getragen. Protzig zum Ledermini kombiniert. Oder er bringt zerfetzte Jeansshorts auf Taille. Apropos Taille. Da muss er sitzen. Schön festgezurrt genau an der schmalsten Stelle des Körpers.

Fashionistas sind eben Opportunisten. Eben ist etwas noch verpönt, jetzt angesagt. Der Logotrend ist in der modischen Spitze in vollem Gange. Ins Rollen gebracht nicht zuletzt durch die Sweater, die Kenzo vergangene Saison über den Laufsteg schickte. Die Macher von Opening Ceremony, die seit kurzem für die kreative Ausrichtung des Labels verantwortlich zeichnen, haben das geschafft, wovon viele Marken träumen: Die modische Elite trägt das Logo sichtbar durch die Gegend, Blogs tragen es weiter in den Rest der Republik. So werden coole Hipster zu Markenbotschaftern. Ganz umsonst für Kenzo.

Und jetzt Moschino. Acht große, dicke Buchstaben in Gold auf einem schwarzen Ledergürtel. Franco Moschino ist dafür bekannt, dass er die Ernsthaftigkeit des Modebusiness kritisierte. Mode solle Spaß machen. Warum nicht mal mit einem dicken Logo protzen? Zeigen, was man hat? Bei Ebay läuft das Geschäft bereits auf Hochtouren. Für 129 Euro kann man das begehrte Teil im Sofort-Kauf erwerben. In Second Hand-Läden gibt es den Vintage-Fund ab sechs Euro. Für diejenigen, die noch eine Todsünde begehen: geizig sein.