Zugegeben: Rein praktisch betrachtet sind Cut-outs ziemlicher Unsinn. Welche Frau braucht schon Löcher an der Schulter eines hautengen Longsleeves? Oder in der Taillen-Partie eines Schlauchkleides? Wer braucht überhaupt sauber ausgeschnittene Löcher in der Kleidung? Gut, wer es praktisch mag, trägt wahrscheinlich ohnehin lieber Trekking-Sandalen und Outdoor-Jacke als den neuesten Schrei. Wer hingegen gerne Figur zeigt – oder sagen wir besser gleich: Haut – dem dürfte dieser Trend gelegen kommen.

Denn nach vielen Saisons, in denen sich die Erotik in der Mode komplett auf die Beine beschränkte (man denke an die zahllosen Miniröcke, Hotpants, Shorts, Skinny-Jeans), können fleißige Fitness-Bienen jetzt auch ihre straffen Bäuche, Rücken oder Solarium-gebräunten Schultern wieder zur Schau stellen. Cut-outs sind die neuen Schmücker für schlichte Teile – wer braucht schon Pailletten, wenn er solche Einblicke gewährt?

Bauchfrei 2012, Rodarte/Foto Veit
Bauchfrei 2012, Rodarte/Foto Veit


Die Wurzeln der neuen Haut-Schau liegen in den 80ern. Und dass die en vogue sind, ist nicht neu: Hochgeknotete T-Shirts, oversized Achselshirts zu Hosen, die bis in die Taille reichen – dieser Look wurde schon vor einiger Zeit zur Uniform junger Festival-Gängerinnen. Irgendwo auf einer Wiese, auf der einmal wieder tausende von jungen Menschen zusammen kamen, um ordentlich zu feiern. Plötzlich war Bauchzeigen wieder ok. Es folgten Bikinis mit Cut-outs, Monokinis.

Entschärfte Variante mit Mesh, Urban Outfitters
Entschärfte Variante mit Mesh, Urban Outfitters


Nun geht es einen Schritt weiter. T-Shirts und Kleider werden mit Cut-outs versehen. Das wiederum passt nicht nur zu Festivals, sondern generell zum Sommer: Wenig Stoff in der sengenden Sonne – eine Win-Win-Situation. Denn: Die Teile sehen nicht nur heiß aus, sie helfen auch gegen Hitze, lassen die offenen Stellen doch ordentlich Luft an den Körper. Und UV-Strahlen. So wird man gleichzeitig noch braun. Also doch auch praktisch, der neueste Schrei.