Wo findet man Honey-Comb-Strukturen? Was bedeutet Taglio Vivo? Und was ist eigentlich PPT-gefärbt? Diese und viele andere Begriffe werden im Herbst immer wieder auftauchen. Denn sie beschreiben wichtige Themen und Verarbeitungsweisen der neuen Kollektionen. Damit jeder auf der Fläche für das Gespräch mit den immer besser informierten Kunden gewappnet ist, eine Zusammenfassung der wichtigsten Begriffe der Saison:

Barré. Jacques Britt
Barré. Jacques Britt
Barré:
Ein Muster aus feinen Querstreifen, die durch verschiedenfarbiges Garn, Druck oder eine entsprechende Gewebebindung erzeugt werden.

Caramato-Profil. Boss Orange
Caramato-Profil. Boss Orange
Caramato (-Profil): Schuhsohlen, die an Ballen und Absatz an Dicke zunehmen und ein besonders ausgeprägtes Profil haben. Die starken Rillen im Profil erzeugen an den Seitenabschlüssen eine Stollenoptik.

Coatings. Set
Coatings. Set
Coatings: (engl. = Beschichtungen); Überzug eines Stoffes, der der optischen Veredelung dient, zum Beispiel in Form von Glanz oder Schimmer. Wird momentan vor allem für Jeans angewendet. Coatings können auch genutzt werden, um vor Einflüssen wie Nässe und Kratzern zu schützen.

Délavée-Effekt. Mac
Délavée-Effekt. Mac
Délavée-Effekt: (franz. = verwaschen); Waschung, die den Kleidungsstücken einen leicht ausgewaschenen und daher lockeren, getragenen Anstrich verleiht.

Flock-Print. Topshop
Flock-Print. Topshop
Flock-Print: (engl. = Velourspapier, Schar); Überzug eines Stoffes mit einem samtartigen Flor aus Flock, also einer „Schar“ aus aufgerichteten Kurzfasern. Diese werden mit Kleber fixiert und können stellenweise oder ganzflächig auf dem Untergrund angebracht werden.

Gebondet. Schumacher
Gebondet. Schumacher
Gebondet: (engl. = geklebt, festhaftend); Verbindung von Textilflächen durch Klebung, meist durch streifen- oder punktartige Anbringung von Klebstoff. Das Bonding verleiht Stoffen Stand und Griffigkeit oder macht raue Flächen durch den angebrachten Oberstoff weicher.

Honeycomb. Lanvin
Honeycomb. Lanvin
Honey-Comb: (engl. = Bienenwaben); Gewebeform, die aufgrund der hexagonalen Form an Bienenwaben erinnert. Achtung Verwechslungsgefahr: Es weist eine starke Ähnlichkeit zum Waffelmuster auf, das jedoch viereckig geformt ist. Das Gewebe kennt man von Tuchwaren, es findet aber mittlerweile auch Anwendung bei Jacken und Damenbekleidung.

Indigo. Native Youth
Indigo. Native Youth
Indigo: Ein tiefblauer Farbstoff, der aus der indischen Indigopflanze oder dem alteingebürgerten Färberwaid gewonnen werden kann. Am ehesten lässt er sich als der letzte erkennbare Blauton, bevor es in ein bläuliches Violett übergeht, umschreiben.

Jacquard. 7fam
Jacquard. 7fam
Jacquard: Gewebeform, die ihren Namen dem Erfinder der zur Herstellung genutzten Jacquard-Maschine zu verdanken hat. Sie wird zur Erzeugung der charakteristischen runden, geometrischen oder naturgetreuen Muster verwendet, die durch Rapports auf dem Stoff vervielfacht und ebenfalls mit Jacquard betitelt werden. In der DOB aktuell ein wichtiges Thema vor allem bei Hosen.

Laser-Cuts. Asos
Laser-Cuts. Asos
Laser-Cuts: (engl. = Laserschnitt); Bezeichnung für Öffnungen im Stoff, die durch einen Laserstrahl eingebrannt werden und ein scherenschnittartiges Muster erzeugen. Der Lasercut kann auch genutzt werden, um bei Polyester die Enden verschmelzen zu lassen anstatt sie zu nähen, um Seide an den Enden auszufransen oder Baumwolle mit Brandkanten zu versehen.

Mohair. Gucci
Mohair. Gucci
Mohair: Ziegenhaar der Mohairziege oder Kamelziege. Mohair zählt zu den Luxusfasern und ist deutlich teurer als die Schafwolle. Mohairfasern sind relativ schwach und müssen daher sehr schonend verarbeitet werden. Sie werden vor allem zu Pullovern verarbeitet, aber auch zu Sakkos, Mänteln und Jacken.

Op-Art. Blacky Dress
Op-Art. Blacky Dress
Op-Art: Stilrichtung der bildenden Kunst aus den 60er Jahren. Muster verlaufen aufeinanderfolgend, jede kleinste Veränderung innerhalb dieser regelmäßigen Abfolge führt beim Betrachter zu verblüffenden optischen Effekten. Die Stilrichtung ist auch in der Mode zurzeit angesagt: Geometrische Formen und Schwarz/Weiß-Muster finden sich auf Kleidern, Blusen und Hosen.

Pipings. Blonde No 8
Pipings. Blonde No 8
Pipings: (engl. = Paspeln); bezeichnet ein farbiges, gemustertes oder geflochtenes Band, dass mit der verdickten Längsseite in ein Kleidungsstück eingenäht wird, um es zu dekorieren. Die Verdickung schaut zwischen den Stoffen heraus und bleibt als schmale Linie erkennbar.

PPT-Färbung. Wool 172
PPT-Färbung. Wool 172
PPT-Färbung: (ital. „pronto per tinto“ = bereit zum Färben); bezeichnet die Einfärbung von konfektionierten Bekleidungsstücken oder ganzen Viskoseteilen. Vor allem bei Hosen ein Verfahren, das vermehrt eingesetzt wird, um eine schnelle Produktion zu gewährleisten.

Schößchen. Comma
Schößchen. Comma
Schößchen: Ein meist in der Taille angesetztes Schnittteil. Gekräuselt oder glockig setzt es die weiblichen Kurven in Szene. Vor allem blei Kleidern und Tops ein beliebtes Detail.

Shape-Effekt. Club of Comfort
Shape-Effekt. Club of Comfort
Shape-Effekt: (engl. = Form-Effekt); gemeint ist die vorteilhafte Formung oder Verdeckung der Problemzonen dank entsprechender Shapewear, die eine Art moderne Miederware darstellt. Der Hüftspeck vom letzten Winter wird gekonnt verdeckt. Lycra und Spandex machen’s möglich. Mittlerweile gibt es auch Kleider, Shirts und Hosen mit Shape-Effekt. Eine figurschmeichelnde Silhouette steht immer im Vordergrund.

Taglio Vivo. Burberry Prorsum
Taglio Vivo. Burberry Prorsum
Taglio Vivo: (ital. = scharfer Schnitt); gemeint sind Modelle mit scharf geschnittenen Kanten, momentan vor allem bei Lederjacken und Mänteln zu beobachten.

Two-Tone-Effekt. Brax
Two-Tone-Effekt. Brax
Two-Tone-Effekt: (engl. = Zwei-Ton-Effekt); auf einen Stoff wird eine zweite Farbschicht aufgetragen, je nach Lichteinfall sind so beide oder jeweils eine der Farben zu sehen. Bisher fand dieser Effekt vor allem bei der Verarbeitung von Organza-Stoffen Anwendung, so zum Beispiel für Cocktailkleider. Mittlerweile auch sehr beliebt bei Shirts oder Hosen. Entweder Ton-in-Ton oder kontrastfarbig umgesetzt.

Walk. Carven
Walk. Carven
Walk: Bezeichnet die Verdichtung von Filz, dessen Oberfläche durch eine Walkmaschine gedrückt, gezogen, gestaucht, gepresst und geknetet wird. Die Fasern werden so ineinander geschoben und die Festigkeit gesteigert. Die ursprüngliche Gewebebindung ist danach nicht mehr oder kaum noch zu erkennen.