Nein, wir haben den Sommer noch nicht abgeschrieben. Auch wenn er bisher nicht wirklich prall war. Es kann ja noch werden. Aber: In zwei Monaten ist offizieller Herbstanfang und die erste Ware für die neue Saison kommt jetzt in die Läden. Höchste Zeit also, sich auf die neuen Themen einzustellen:

Schön feminin: Feminine Looks sind mittlerweile durchweg in den Sortimenten zu finden. Die Mehrheit der Frauen mag leichte, feminine Materialien. Schluppenblusen, Glitzersteinchen und Lurexgarne sind im Alltag angekommen. Die neue X-Silhouette steht noch am Anfang, hat aber durchaus Potenzial für mehr Zuspruch. Taillenbetonte Silhouetten sind das Thema für die modeinformierte Kundin. Seide ist der neue Fashion-Star – ob bedruckt, als Satin oder feiner Crêpe de Chine. Das edle Material mit fließendem Fall läutet die Trendwende ein. Für Kleider, Tops oder Hosen ist die zarte Brillanz der Seide die herausragende Wahl. Selbst Blazer werden aus reiner Seide oder Polyester-Seide gearbeitet. Seiden-Tops drehen jedes Outfit auf die feminine Seite und sind auch im Herbst beliebt. Fließende Röcke sind unverzichtbar für die modische Kundin. Entscheidend ist die Kombination mit coolen Tops, Jacken und Pullis, die den Look nicht allzu süßlich wirken lassen.

Neue Hosen. Die schmale Hose erobert sich Terrain zurück. Sie ist die Basis der neuen Herbst-Garderobe. Ob als Super-Skinny-Denim, gemäßigte Röhre, Zigarette mit Bügelbruch oder ebenso schmale Chino-Form. Entscheidend für den neuen Look ist, dass die Hose auch ab Knie abwärts am Bein anliegt. Cool als super-elastische Form mit Steg, maskulin angehaucht als Variante mit Galonstreifen auf der Seitennaht. Die beschichtete Hose ist die trendige Variante der schmalen Five Pocket-Jeans. Dabei gibt es spannende Optiken in Farbe und Metallic-Glanz. Gold- oder Silber-Beschichtungen stehen neben coolen Oil-Finishings. So bekommen Biker-Typen mit Knienähten ebenso wie schlichte Röhren den letzten Schliff. Die bedruckte Hose hat durchaus Potenzial. Mustermix heißt die Devise. Mutige Frauen mixen Blusen- und Hosen-Prints. Braver geht es zu, wenn die Röhre im Leo-Print zum Uni-Top kombiniert wird. Drucke auf Babycord bringen Farben und Motive bestens zum Leuchten. Neu sind Prints, die Webmuster wie Hahnentritt oder Tweed imitieren. Besonders interessant sind Seidenhosen im Pyjama-Look, die von Krawattendessins bis hin zu 3D-Landschaften viele Druck-Varianten bereit halten.

Scharfe Töne. Leuchtende Farben haben bereits die Verkäufe im abgelaufenen Frühjahr beflügelt. Zum Herbst geht es weiter, und zwar in warmen, tiefen Farbnuancen. Gewürztöne von Safran über Curry bis Zimt und Chili liegen dabei ganz vorne. Teils sogar mit reichem Goldglanz versehen. Etwas exotisch, immer leuchtend und expressiv. Camel als Basis ist die perfekte Begleitfarbe zu den tiefen Gewürztönen. Aber auch helle Beigetöne in neuen, sanften Waschungen für Baumwoll-Gewebe, als Leder-Naturton oder für softe Seiden-Qualitäten bieten sich in Kombination zu den warmen, leuchtenden Farben an. Kühle Petroltöne bringen den modernen Twist: Kühles Grünblau zu Zimt und Safran. Oder die Variante Knallrot zu Orange und Kaffeebraun. Goldige Accessoires lösen die Übermacht von Silber ab. Ob Rosé-Goldtöne oder in Kupfer-Richtung. Bei Knöpfen, Zippern und Nieten ist goldiger Glanz angesagt und passt sich wunderbar in die Farbwelt der Gewürzfarben ein.

Schön maskulin. Frauen im Anzug wirken cool. Vorausgesetzt, die Schnitte sind knackig, haben betonte Schultern und einen lässigen Faktor in der Kombination. So sieht die Skinny-Metallicjeans zum Smokingjackett toll aus. Der längere Blazer aus neuen Crêpequalitäten wird zum femininen Top getragen. Die Hemdbluse ergänzt den bodenlangen Plisseerock. Frauen in Uniform sind selten. Lieber zeigen sie ein Detail aus der uniformierten Männerwelt: doppelreihige Verschlüsse, betonte Kragenformen, toughes Stiching. Caban- und Blazermäntel sind aus soften Woll-Qualitäten gearbeitet. Dabei sind O- und H-Silhouetten in neuer Kürze ein interessanter Aspekt im cleanen Look. Sportive Bikerelemente – mit Anleihen an Uniformen – feiern zudem ihr modisches Comeback. Frauen in lässigen Hosen sind nicht zu unterschätzen. Zwar gibt die schmale Hose den Ton an, doch Bundfaltenmodelle oder ausgestellte Formen in soften Qualitäten sind eine gute Alternative. Verarbeitet wie Männerhosen sind auch schmale Zigaretten im Herbst wichtig. Zu all den Blusen und Tops mit Volants und Schluppen neutralisieren Hosen im Menswear-Style die Überdosierung des Femininen.

Neue Mäntel. Im Fokus steht der Wollmantel, der voll im Trend liegt. Zurückgenommen, ohne Schnickschnack stehen Mantel-Klassiker wie Blazermantel, taillierte Zweireiher und Reversmäntel mit Gürtel wieder im Blickpunkt. Aber auch simple Hüllen- oder Etuiformen sorgen für einen neuen Look in den Mantelabteilungen. Sie sind die perfekten Begleiter für den etwas angezogeneren Look, passen aber genauso gut zur Jeans. Wolle mit Tweed, Leder, Pelz oder Nylon – Materialmix wird superfeminin inszeniert über körpernahe Schnitte und Taillierungen, weich fallende Qualitäten und ruhige, satte Farben. Klassische Musterungen wie Hahnentritt, Glencheck und Bouclé setzen ebenfalls neue Akzente. Der Parka bleibt die Alternative für alle Frauen, die der Daunen- oder Nylonjacke müßig sind, es aber trotzdem sportiv und lässig haben wollen.

Schön lässig. Lässig bleibt der Code zu jedem kommerziell erfolgreichen Look, daran haben sich die Frauen gewöhnt. Das entspricht ihrem Lebensgefühl und Alltag. Kurzum: Auch die Herbstmode bleibt lässig und sportiv, bekommt jedoch über neue Elemente frischen Schwung. Etwas mehr Schliff erhalten die Outfits dadurch, dass neue, angezogenere Teile wie kleine Bouclé-Jäckchen, Blazer und kurze, kastige Pullover ins Spiel kommen. Somit wird das Lässige gleich etwas angezogener, feiner. Vor allem Strick bleibt im Zentrum dieser Thematik unverzichtbar. Neu sind einerseits Norwegermuster, Jacquards und grobe Zöpfe. Andererseits entsteht über Vokuhila-Pullover und kastige Formen eine neue Silhouette. Kombiniert mit einem kontrastfarbigen Shirt untendrunter wird auch das Thema Layering neu belebt. Nicht zuletzt kommt Innovation auch über Farbe, die vor allem für Oberteile wichtig wird.

Pop-Farben. Das Frühjahr war farbig, der Sommer ist bunt. Auch im Herbst wird die Neverending-Story der Farbe weitergeschrieben. Neben der Palette an Gewürztönen wie Curry und Safran kommen poppige Farben - als Einzelteile oder Komplett-Outfits. Allgemein gilt: je stärker der Farbton, desto stärker der Auftritt. Akzente lassen sich mit Neontönen am leichtesten setzen. Zum Beispiel mit dem neongelben Oberteil kombiniert zur cleanen Jeans. Oder etwa mit dem leuchtenden Oversize-Schal in Petrol oder Rot zum braven Business-Outfit. Generell gilt: Erlaubt ist, was gefällt, jedoch zurückhaltend dosiert - so ist das Farbthema am verkäuflichsten.