Wer noch schlechte Erinnerung an Camouflage aus den 90er Jahren hat, der muss jetzt in Deckung gehen. Denn das Tarnmuster ist zurück auf dem Catwalk und den Straßen der Metropolen. Alle Jahre wieder spitzt sich der Flecken-Print zum Trend zu. Und so gehören jetzt Shirts, Sweats und vor allem Parkas mit Camouflage-Prints zur neuen Hipster-Uniform. In London zählen Camouflage-Teile neben Dr. Martens zurzeit zu den beliebtesten Flohmarktfunden. Und wer dieser Tage durch New York streift, im Hipster-Getümmel zwischen Soho und East Village, sieht, wie Camouflage heute gestylt wird. Es ist nicht die Camouflage-Cargo, die in unverwüstlichen Bergsteiger-Boots steckt. Nein, viel feiner und facettenreicher: Es ist vor allem der Army-Parka, den Männer mit schmalem Hemd, Röhre und Budapestern tragen. Und Frauen mit Metallic-Top, Leo-Cardigan und Plissee-Rock. Die hohe Kunst des Mixens hat ein neues Spielelement.

Bereits auf den internationalen Designerschauen für Herbst/Winter 2012 ist Camouflage ein Thema. Für Männer und Frauen gleichermaßen. Bei Acne wird ein Military-Mantel zum Metallic-Top kombiniert oder gar ganz in Farbe getaucht. In Paris, während der Menswear-Schauen, spricht man von den neuen Marschkörpern. Viele Designer setzen klare, maskuline Statements, unter anderem mit Camouflage. Ein neues Muster-Spiel entsteht aus organischen sowie geometrischen Formen und Pixel-Blockings werden zu überraschenden Tarnmuster-Styles.

Und auch Progressive Kollektionen wie etwa Urban Outfitters forcieren Camouflage zum kommenden Herbst. Ohnehin werden Military-Einflüsse wieder viel stärker besprochen. Denn Tarnkleidung im Alltag erzeugt genau das Gegenteil: Man fällt auf. Und das wollen doch die meisten Hipster.