Erdbeersahne und Pistaziencreme, Lollipop und Zitronenkracher. Vor einem Jahr strotzten die Stände auf der ILM nur so vor Eiskremfarben und Candy Colours. Das Bild, das sich in diesem September den Besuchern auf der Offenbacher Lederwarenmesse bot, war ein deutlich ruhigeres. Die sanfte Farbwelle, auf der sich Bekleidung und Schuhe zum Sommer 2014 bewegen, hat für Taschen genauso Gültigkeit. Das spiegelt sich auch in den Ordertendenzen wider, die die Hersteller unisono bestätigen: Nudes und Neutrals werden stark gewichtet, daneben Metallics als mittlerweile etablierte Basisfarben geordert. Ein ebenso wichtiges Thema sind Schwarz und Weiß, gerne auch in Kombination auf einer Tasche.

Doch alleine von diesen Tönen dominiert, würden die Sortimente zu ruhig, fast schon trist aussehen. Dessen ist sich der Einkauf bewusst. Ein bisschen mehr Farbe muss schon sein. Zumal Kundinnen (kräftige) Farbe(n) lieben. Und nicht zuletzt zieht eine auffällige Tasche im Schaufenster immer auch in den Laden. Selbst wenn dann ein schwarzes oder taupefarbenes Modell gekauft wird. Die Frage ist nur: Welche Farbwelt ergänzt all die ruhigen Nuancen am besten? An dieser Frage scheiden sich die Geister von Herstellern und Einkäufern.

Das Gros setzt zum kommenden Sommer auf die kühle Aquawelt. So schwärmt Andreas Roth auf dem Stand von Gianni Chiarini von Blau in sämtlichen Schattierungen – von Hellblau bis Navy. Genauso wie FredsBruder-Chefin Constanze Alef: „Ich stelle einen Trend Richtung Blau und Petrol fest, der bis hin zu kräftigen Grüntönen reicht. Diese Nuancen verkaufe ich besser als Rot- und Rosétöne.“ Andere wiederum sehen warme Koralltöne und Rot im Vorteil. So berichtet Bree-Geschäftsführer Axel Bree: „Farben wie Rot und Koralle kommen deutlich besser an, als alles, was in Richtung Aquatöne geht.“ Letztlich hat beides seine Berechtigung, dient es doch derselben Sache: ein farbenfroher Eyecatcher im Regal zu sein, der das Sortiment auffrischt.