Bei ihrem Anblick kommen zwangsläufig Bilder von Hugh Hefner hoch. Wie er in seinem weinroten Morgenmantel durch die Playboy-Mansion schlurft, die blassen Füße in den charakteristischen Samt-Slippern steckend. Hefs Hauspantoffeln eben. Kein Wunder also, dass die Schuhe liebevoll Hugh Hefner-Slipper genannt werden. Andere bezeichnen sie als Pagenschuhe. Ihren Ursprung aber haben sie als Prince Albert-Slipper im viktorianischen England, wo sie als lederbesohlte Hausschuhe den Gentlemen auch hinter geschlossenen Türen ein fehlerfreies Angezogensein ermöglichten – ohne dabei den teuren Holzböden und Teppichen der Herrenhäuser zu schaden.

Vor einigen Jahren versuchte sich Großmeister Tom Ford, eigens passionierter Träger der Smoking-Slipper, wie sie im neueren Fachjargon heißen, an dem eigentümlichen Schuh. Der Schritt aufs modische Parkett gelang trotzdem nicht wirklich.

Seit man ihn im vergangenen Jahr allerdings auf den Catwalks sah, entdeckt ihn nun die weibliche Klientel für sich, angefangen bei Olivia Palermo über Kate Moss und Angela Simmons bis hin zu Amber Heard und Nicky Hilton. Als willkommene Alternative für Ballerinen. Mit hohem Absatz als neue Pumps. Als maskulines i-Tüpfelchen zu Röhre, Blazer und Schluppenbluse. Als moderner Stilbruch zum kurzen Spitzenkleid.

Zum Rantasten an den dennoch gewöhnungsbedürftigen Schuh bieten Asos, Mirapodo, Topshop und Co. die unterschiedlichsten Styles. Denn die Samt-Variante wird allenfalls provokativ von modischen Freaks angefasst. Um in die heutige Zeit zu passen, muss er mehr Innovation bieten. Und wie bei H by Hudson mal aus Flechtleder, mal im Zick-Zack-Muster aufgemacht sein. Asos setzt auf sommerlich perforiertes Leder, verspielte Herzmuster oder Glitter-Allover, Pretty Ballerinas auf Tassel. Bei Topshop gibt’s den Slipper in Leo oder gänzlich mit Nieten besetzt. Das Internet jedenfalls ist voll davon. Denn das angestaubte Hugh Hefner-Image zumindest haftet den Smoking-Slippern nicht mehr an. So genannt werden dürfen sie trotzdem noch.