Die verwaschene Karobluse war es einfach nicht mehr“, sagt Alexandra Loesch von I Heart-the Shop in Düsseldorf. Vor allem Seide und Drucke gehören zu den heißen Themen. Kleider bleiben Dauerbrenner. Der Modewandel hin zu mehr Eleganz zeichnet sich hier schon ab. „Die Nachfrage nach dem Fließenden, Seidigen hat im Handel absolut eingesetzt“, berichtet Susanne Schwenger von Marc O’Polo.

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Auch die ersten ausgelieferten Seidenteile der neuen Frühjahrsware, etwa von Drykorn, laufen bereits gut an. Feinstrick in Farbe ist ein weiteres gutes Thema. Wie überhaupt Farbe selbst für Männer super funktioniert. Das gilt auch für Hosen – eines der stärksten Produkte in diesem Herbst. Und während die Jeans schwächelt, fangen Coloured Denim, Cord- und Velvet-Röhren sowie Woll-Chinos die Umsätze auf. „Chino und Cord waren meilenweit stärker als Denim“, bilanziert nicht nur Alexandra Loesch, „der einzige Burner“, ergänzt Santoro Vitaliano von Identità Italiana. Vor allem J Brand und Current Elliott, aber auch Closed und Drykorn werden in diesem Zusammenhang stark besprochen. Das neue Label Mother gilt als Aufsteiger: „Fast jede Frau, die eine Mother anprobiert, kauft sie – ein Phänomen“, so Gaby Bohlen von Flip in München.

Selbst die Männer geben sich nicht mehr nur mit schlanken Chinos zufrieden und zeigen sich offen für Alternativen wie gewaschenen Feincord oder die sportive Wollhose. „Ultraklassische Glenchecks in Kombination mit einem schlanken Schnitt – das war super. Darauf setze ich auch im nächsten Herbst“, sagt Jörg Buchholz von Buch&Falke in Bielefeld.

Das Fazit: Modische Themen und Detailreichtum haben besser funktioniert als Basics. So kann das Gros der Händler im modisch progressiven Markt die Saison denn auch mit einem Pari oder sogar mit einem winzigen Plus abschließen.

Die Konsequenz daraus ist klar – und zwar für Industrie und Handel gleichermaßen: Mehr Wertigkeit, mehr Anspruch, mehr Mode lautet das Gebot der Stunde. In diesem Segment mehr denn je. Denn hier hat man es mit extrem informierten Smart-Shoppern zu tun. „Es muss an jedem Teil eine Performance stattfinden, ein besonderer Wert sichtbar werden“, sagt Marco Götz von Drykorn. „Wir müssen noch stärker vorangehen und unsere modische Kompetenz noch deutlicher unterstreichen, um uns von Mitbewerbern abzugrenzen“, ergänzt Marc O’Polo-Vorstand Andreas Baumgärtner. Die Händler sehen das ebenso: „Die Kunden sind so satt von den immer gleichen Labels und Looks. Deshalb werden wir noch konsequenter unseren cleanen Look weiter verfolgen. Es geht um luxuriöse Stoffe und perfekte Schnitte – so sind urbane Menschen heute angezogen“, sagt Thomas Juul Hansen von Werkhaus in Hamburg.